Aktie im Fokus
Trotz Umsatzschwäche: Analysten loben Deutsche Börse

Galt die Deutsche Börse zu Beginn der Finanzkrise wegen anziehender Handelsumsätze noch als einer der Profiteure, so hat sich das Bild inzwischen grundlegend gewandelt. Im Januar musste die Börse einen drastischen Umsatzeinbruch hinnehmen. Der Aktie, die seit Monaten auf Talfahrt ist, versetzte das einen weiteren Schlag. Analysten halten den Kursrutsch allerdings für übertrieben.

DÜSSELDORF. Die Aktie der Deutschen Börse kennt zurzeit nur den Rückwärtsgang. In den vergangenen zwölf Monaten ist der Börsenwert des Dax-Konzerns um rund 70 Prozent gefallen. Neue Umsatzzahlen haben dem Papier jetzt einen weiteren Schlag versetzt. Nachdem die Börse für Januar einen Rückgang der Handelstransaktionen auf dem elektronischen Handelssystem Xetra um 42 Prozent und ein Minus des Umsatzvolumens auf Xetra und dem Frankfurter Parkett um 70 Prozent gemeldet hatte, fiel die Aktie in der Spitze auf ein Dreieinhalbjahrestief bei 36,20 Euro, ehe sie sich im Handelsverlauf erholte.

Für Aktionäre der Börse waren die schwachen Umsatzzahlen nicht die erste schlechte Nachricht der vergangenen Monate. Die nachlassende Handelsaktivität zeigt sich schon seit November in allen Geschäftsbereichen. Im Kassasegment, das vor allem den Aktienhandel umfasst, wächst zudem seit Monaten der Konkurrenzdruck durch alternative Handelsplattformen wie Chi-X oder Turquoise. Hinzu kommen die anhaltenden Spekulationen über Verkaufsabsichten der Großaktionäre Atticus und TCI. Die beiden Hedge-Fonds, so heißt es am Markt in schöner Regelmäßigkeit, könnten aufgrund massiver Verluste gezwungen sein, sich von Anteilen zu trennen. Da sie zusammen rund 19 Prozent an der Börse halten, fürchten Anleger deutliche Kursverluste, falls TCI und Atticus ihre Anteile auf den Markt werfen sollten.

Auch mit einem Übernahmeversuch holte sich die Deutsche Börse zuletzt eine blutige Nase. Die Bemühungen des Unternehmens um den schwedischen Broker Dealer und Handelssystemanbieter Neonet scheiterten vor wenigen Wochen an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Nach Informationen aus Finanzkreisen hatte die Börse 18,70 schwedische Kronen je Neonet-Aktie geboten. Dem Vorstand des schwedischen Unternehmens, an dem auch die Bank of New York Mellon Interesse gehabt haben soll, war das jedoch zu wenig.

Ungeachtet der negativen Schlagzeilen halten Analysten der Börse allerdings überwiegend die Treue. Nach Angaben des Datenanbieters Bloomberg raten aktuell 18 Analysten zum Kauf der Aktie, neun sagen "halten" und nur fünf empfehlen den Verkauf der Titel.

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