Aktie im Fokus
Übernahmefantasien beflügeln Celesio-Aktie

Die Übernahmefantasien rund um den Stuttgarter Pharmahändler Celesio loderten am Donnerstag dank eines Medienberichtes wieder auf. Dementsprechend gehörten die Titel zu den gefragtesten Aktien im Nebenwerteindex MDax.
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FrankfurtDer Pharmahändler Celesio ist an der Börse erneut ins Zentrum von Übernahmefantasien geraten. Die Spekulationen verhalfen der Aktie des Stuttgarter Konzerns am Donnerstag zu einem kräftigen Kursplus. Zeitweise verteuerten sich die Titel zwischenzeitlich um 3,3 Prozent auf 13,83 Euro und waren damit einer der gefragtesten Papiere im Nebenwerteindex MDax.

Neu ausgelöst hatte die Fantasien ein Bericht der "Financial Times Deutschland", dem zufolge Celesio-Chef Markus Pinger ausgelotet hat, welcher Investor - falls notwendig - den 54,6 prozentigen-Anteil des Duisburger Mischkonzerns Haniel an Celesio erwerben könnte. Das heize bereits bestehende Übernahmefantasien rund um Celesio wieder an, schrieb DZ-Bank-Analyst Thomas Maul. "In der Vergangenheit wurden US-Pharmahändler als mögliche Käufer für Haniels Celesio-Anteil genannt." Vor rund zwei Jahren hatten noch die Namen Medco Health Solution und McKesson als mögliche Interessenten an der Börse die Runde gemacht. Ein Celesio-Sprecher dementierte den Bericht. Ein Sprecher von Haniel sagte auf Reuters-Anfrage, der Konzern habe keine Absichten, seinen Celesio-Anteil zu veräußern.

Celesio-Chef Pinger leitet den Pharmahändler erst seit August 2011. Er hatte seitdem eine 180-Grad-Wende im Konzern eingeleitet und will Celesio wieder stärker auf seine angestammten Geschäfte Pharmagroßhandel und Apotheken ausrichten. Fast alle Firmen, die sein Vorgänger Fritz Oesterle seinerzeit eingekauft hatte, um dem Konzern neue Geschäftsfelder zu eröffnen, wurden mit hohen Wertverlusten wieder losgeschlagen. Dazu zählt auch die Internet-Apotheke DocMorris, mit der Celesio zeitweise viele seiner angestammten Apothekenkunden vergrätzt hatte.

Auch im Verhältnis zum Großaktionär Haniel wurden wieder ruhigere Töne angeschlagen, nachdem sein Vorgänger zeitweilig noch heftig im Clinch mit Haniel über Expansionspläne und Übernahmen gelegen hatte. In den ersten neun Monaten des Jahres hatte der Umbau Celesio allerdings tief in die roten Zahlen getrieben - unter dem Strich lief ein Verlust von 190,5 Millionen Euro auf, nach einem Gewinn von 29,7 Millionen Euro vor Jahresfrist.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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