Aktie im Fokus: Übernahmeschlacht: Postbankaktie klettert kräftig

Aktie im Fokus
Übernahmeschlacht: Postbankaktie klettert kräftig

Die Spekulationen um die bevorstehende Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank bewegen die Aktienkurse der beteiligten Unternehmen. Während die Postbank-Papiere kräftig zulegen, sieht es für die Postaktie deutlich schlechter aus.

HB FRANKFURT. Die Aktien der Postbank klettern am Dienstag kräftig. Am Mittag notierten die Papiere des Geldhauses mehr als acht Prozent im Plus bei knapp 14 Euro. Der Deutsche Aktienindex Dax dagegen notierte rund zwei Prozent im Minus. Hintergrund der Tagesrally waren Spekulationen um die bevorstehende Übernahme durch die Deutsche Bank. "Angesichts der Schwierigkeiten, in denen die Finanzbranche steckt, hatten Anleger offenbar befürchtet, dass das Geschäft in letzter Minute platzt", sagte einer.

Ein anderer Börsianer verwies auf Gerüchte um eine vorzeitige Komplett-Übernahme der Postbank. Die Deutsche Bank verhandelt nach Aussagen einer mit der Situation vertrauten Person mit der Postbank-Muttergesellschaft Deutsche Post über den Zeitablauf der Transaktion. Am Volumen seien keine größeren Abstriche zu erwarten. Einem Bericht zufolge drängt die Deutsche Bank wegen des Kursverfalls der Postbank auf einen Rabatt. "Es ist ja eindeutig, dass das Wertvolumen der Postbank konstant nach unten gegangen ist, deshalb sind Nachbesserungen nicht auszuschließen", hieß es in den Kreisen.

Die Aktien der Deutschen Bank verloren 1,14 Prozent auf 24,22 Euro. Für die Titel der Deutschen Post ging es unterdessen um 3,57 Prozent auf 9,99 Euro nach unten.

Einem Händler zufolge macht sich am Markt die Hoffnung auf eine schnellere Übernahme breit. "Dass die Deutsche Bank den Preis nachverhandeln will, könnte dazu führen, dass der Übernahmeprozess schneller über die Bühne geht als gedacht - ähnlich wie bei Commerzbank und Dresdner Bank", sagte der Börsianer. Sollte die Deutsche Bank dann über 30 Prozent der Postbank-Anteile kommen, müsse sie ein Übernahmeangebot an die freien Aktionäre abgeben. "Und der zugrunde liegende Durchschnittskurs für ein solches Angebot liegt derzeit bei 16,52 Euro", sagte der Händler.

Analyst Philipp Häßler von Equinet hält eine Neuverhandlung des Preises aufgrund des veränderten Marktumfeldes für gut möglich. "Die wahrscheinlichste Option ist, dass die Deutsche Bank für die erste Tranche einen niedrigeren Preis erzielen will", schrieb Häßler in einem aktuellen Kommentar. Eine Beschleunigung der gesamten Übernahme würde seiner Ansicht nach für die Deutsche Bank einige Risiken bergen - insbesondere müsse die Bank dann für die noch ausstehenden Postbank-Aktien den gleichen Preis bieten wie der Post. "Diese Option wäre allerdings attraktiv, wenn die Post dazu bereit wäre, für einen deutlich niedrigeren Preis zu verkaufen." Für die Post wäre entsprechend jede Neuverhandlung des Preises negativ.

Dass die Post der Deutschen Bank bei der ersten Tranche entgegenkommen wird, hält Commerzbank-Analyst Frank Skodzik für unwahrscheinlich. "Möglicherweise würde sich für die Post ein Vorteil ergeben, wenn die zweite Tranche zeitlich vorgezogen wird. Dann könnte auch ein etwas niedrigerer Preis möglich sein", sagt er.

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