Aktie im Fokus
Unsichere Aussicht für Commerzbank-Aktie

Analysten bezeichnen das jüngste Kursfeuerwerk bei der Commerzbank als übertrieben. Der Kurs sei zurzeit eher technisch getrieben, heißt es. Die Mehrheit rät zum Verkauf. Der Aktie des Geldhauses droht der freie Fall auf alte Tiefstände.

FRANKFURT. Commerzbank-Aktionäre müssen sich seit Wochen fühlen wie bei einem Volksfestbesuch. Die Kurse donnern auf und ab wie eine Achterbahn, und bei der Bank lauert ein Schreckgespenst nach dem nächsten. So stieg der Kurs der Commerzbank seit seinem Tief Anfang März von 2,22 Euro auf zwischenzeitlich mal 4,80 Euro, ehe in den vergangenen beiden Tagen die Luft entwich. "Der Gesamtmarkt wird konsolidieren, der Kurs ist zurzeit eher technisch getrieben und nicht fundamental", meint Andreas Pläsier, Analyst bei M.M. Warburg.

Die Zahlen geben ihm recht, was ein Blick in die Kassamarkt-Statistik der Deutschen Börse verdeutlicht. Jede zehnte Aktienorder im Dax lautete im März auf dieses Papier, Schwergewichte wie Daimler, Eon oder Siemens wurden teilweise weit weniger gehandelt.

Doch die Commerzbank-Aktie ist in guter Gesellschaft. Die europäischen Finanztitel haben seit ihrem Tief am 9. März im Schnitt 56 Prozent zulegt. Trotzdem ragt sie heraus, hat sich doch ihr Kurs zwischenzeitlich mehr als verdoppelt. Neil Smith von der WestLB dämpft deshalb für den gesamten Sektor die Euphorie. "Genau in dieser Zeit sind die Gewinnerwartungen je Aktie für das Jahr 2010 im gesamten Sektor um 25 Prozent gefallen", sagt Smith. Das bedeutet, dass Aktien aller europäischen Banken derzeit mit einem Aufschlag von zehn Prozent gegenüber allen anderen Branchen gehandelt werden. Die Konsequenz daraus ist eindeutig: "Gewinne mitnehmen", lautet Smiths Urteil.

Geht es nach der Mehrheit der Analysten, bewegt sich der Commerzbank-Kurs bald wieder wie der Free-Fall-Turm auf dem Jahrmarkt nach unten. Laut dem Informationsdienst Bloomberg raten derzeit 26 von 36 Analysten zum Verkauf der Aktie, acht wollen halten und nur zwei kaufen. Doch selbst die Optimisten rudern zurück. Markus Armer vom unabhängigen Analysehaus Independent Research rät neuerdings nicht mehr zum Kauf, sondern eine Stufe tiefer zum "akkumulieren". "Rückschlagpotenzial im Zuge von Gewinnmitnahmen ist da", sagt er. Vor einer neuen Prognose will er warten, wie sich die Restrukturierung und das erste Quartal entwickelt haben.

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