Aktie im Fokus
Volkswagen gibt weiter Rätsel auf

Die Aktien von Volkswagen stemmen sich gegen den Markttrend. Während der Dax gut zwei Prozent verliert, steigen Papiere von Europas größtem Autobauer um fünf Prozent - wie so häufig in den vergangenen Wochen. Experten rätseln über die Gründe.

HB FRANKFURT. "Ein Deja-Vu: Jedes Mal, wenn der Markt fällt, zieht VW Käufer an", sagte ein Händler. "Danach kann wohl man schon bald seine Uhr stellen." VW-Papiere haben in diesem Jahr um rund 170 Prozent zugelegt, während der Dax rund 40 Prozent an Wert verloren hat. Am Markt wird seit geraumer Zeit darüber gerätselt, ob sich ein Investor mit den Titeln verspekuliert hat und sich nun zu jedem Preis eindecken muss. Die VW-Aktien haben zuletzt häufig an schwachen Börsentagen zugelegt - und umgekehrt.

Fundamentale Erklärungen für die Turbulenzen der Volkswagen-Aktie suchen Marktteilnehmer schon seit Wochen vergeblich.Experten sehen den Grund für die anhaltende extreme Volatitlität der VW-Papiere vor allem in Derivategeschäften begründet.

"Der Preis für die Stammaktie von Volkswagen ist völlig überzogen, was noch immer auf die Porsche-Optionsstruktur und die Deckung von Leerverkäufen zurückgehe", schreibt Unicredit-Analyst Christian Aust. Er rät, wie die meisten Analysten, zum Verkauf von Volkswagen-Papieren.

Mehr als ein technische Begründung können auch Börsenhändler daher für die Kursentwicklung nicht liefern: "Vorstellbar ist, dass Banken oder Hedge-Fonds eine größere Anzahl von Kaufoptionen begeben haben, ohne diese über entsprechende Aktienbestände abzusichern." Werden diese Optionen ausgeübt, habe dies zwangsläufig entsprechende Deckungskäufe zur Folge. Auffällig sei zudem die zunehmende Ausweitung des Kursabstands zwischen den im Dax notierten Stammaktien und den Vorzügen. In diesem Zusammenhang wurde am Markt zuletzt immer wieder über eine neuerliche Schieflage bei Anlegern spekuliert worden, die auf eine Annäherung gesetzt haben könnten.

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