Aktie im Fokus
Wilde Spekulation – HRE-Aktie startet durch

Die Aktie des angeschlagenen Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate sorgt an der Börse wieder einmal für Aufsehen. Nach dem Einstieg des Bundes spekulieren Anleger offenbar auf ein üppiges Übernahmeangebot. Zu früh sollten sie sich aber nicht freuen.

HB FRANKFURT. Die Aktien der schwer angeschlagenen Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) haben mit einem Kurssprung auf den Einstieg des Bundes reagiert. Die im MDax notierten Titel legten zeitweise 49 Prozent auf 1,70 Euro zu. Der Bund erwirbt in einem ersten Schritt zunächst für 60 Millionen Euro 8,7 Prozent an der Hypo Real Estate. Je Aktie wird dabei aus genehmigtem Kapital ohne Bezugsrechte für die Altaktionäre drei Euro gezahlt. "Offenbar spekulieren Anleger auf ein Übernahmeangebot auf dem Niveau der Kapitalerhöhung", sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. "Ich halte dies aber für sehr unwahrscheinlich."

Der Vorstandschef der mit Milliardenverlusten kämpfenden HRE, Axel Wieandt, dämpfte ebenfalls die Erwartungen: Die am Wochenende angekündigte Kapitalerhöhung für den Bund sei kein Präjudiz für weitere Maßnahmen. Der Bund hat der Krisenbank, die durch akute Liquiditätsengpässe der Tochter Depfa Bank in eine Schieflage geraten war und mit finanziellen Hilfen von mehr als 100 Milliarden Euro am Leben gehalten wird, aber weiteres Geld zugesagt.



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Voraussetzung dafür ist, dass der Staat die "vollständige Kontrolle" bei der HRE erlangt. Details sind noch nicht bekannt. Der Bund will sämtliche Optionen ausschöpfen - auch durch das neue Banken-Enteignungsgesetz. Dies würde vor allem den US-Investor J.C. Flowers treffen. Er hält zusammen mit ihm nahestehenden Investoren knapp ein Viertel der HRE-Anteile und hat seinen ursprünglichen Einsatz fast komplett verloren. Deshalb will Flowers unbedingt an Bord bleiben und hofft auf Besserung nach dem Staatseinstieg.

Branchenkenner Martin Peter von der Landesbank Baden-Württemberg sagte, die HRE brauche mindestens 5,5 Milliarden, eher 6,5 Milliarden Euro frisches Kapital. In Finanzkreisen hieß es zuletzt, etwa zehn Milliarden Euro seien nötig. Mit dem Geld soll die wichtige Kernkapitalquote wieder auf mindestens acht Prozent gehievt werden. Nach den hohen Verlusten liegt sie derzeit klar unter vier Prozent. Unterhalb dieser Schwelle droht Banken die Schließung.

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