Aktie im Fokus
Windkraftaktien heben ab

Der Windanlagenbauer Repower steht womöglich vor einer Komplettübernahme durch den indischen Konzern Suzlon. Das treibt den Aktienkurs in die Höhe. Erstaunlich ist, dass der Konkurrent Nordex ebenso stark zulegt.

FRANKFURT. Der Markt für Windkraft ist in Bewegung. Der Anlagenbauer Repower steht möglicherweise vor einer Komplettübernahme durch den indischen Konzern Suzlon, was den Kurs der Repower-Aktie seit Tagen in die Höhe treibt. Heute geht es bis zum Nachmittag um rund 37 Euro bzw. 32 Prozent auf knapp 155 Euro nach oben - vor einer Woche waren Repower-Aktien nur ein Drittel wert. Auch der Kurs des Konkurrenten Nordex stieg um ein Drittel auf 14,50 Euro.

Durch die Übernahmegerüchte treten viele andere Nachrichten in den Hintergrund, etwa dass Energieversorger wie RWE oder EWE ihre Windpark-Projekte auf hoher See, sogenannte Offshore-Windparks, massiv ausbauen wollen. "Das ist natürlich ebenfalls eine positive Nachricht, aber nicht ausschlaggebend", sagte ein Analyst, der namentlich nicht genannt werden wollte. "Die Repower-Aktie profitiert vor allem von den Übernahmephantasien."

Suzlon hält bisher rund 66 Prozent der Repower-Aktien und verhandelt mit der portugiesischen Martifer, um deren 22-Prozent-Anteil zu übernehmen. Gerüchte machen die Runde, Suzlon wolle auch die elf Prozent der Repower-Aktien erwerben, die noch im Streubesitz sind. Dafür müsste Suzlon den Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate zahlen, das wären über 200 Euro pro Aktie. "Der schwache Kurs von fast nur noch 50 Euro in der vergangenen Woche war daher absolut ungerechtfertigt", sagte der Analyst.

Warum heute auch der Aktienkurs von Nordex in die Höhe schnellte, dafür gibt es laut Unicredit-Analyst Alexander Stiehler keine fundamentalen Erklärungen. "Mich verwundert etwas, dass heute alle so massiv einsteigen", sagte Stiehler. Der Anstieg sei vielleicht eine Gegenreaktion, nachdem die Titel aus dem Bereich erneuerbarer Energien in den vergangenen Wochen massiv unter Druck geraten waren. "Vielleicht gibt es einen positiven Effekt durch die Hoffnung, dass Barack Obama US-Präsident wird und sich nun in der Umweltpolitik mehr bewegt", sagte Stiehler.

Von den Ausbauplänen von RWE und EWE wird Nordex kaum profitieren können, da Nordex im Offshore-Bereich kaum Erfahrungen hat. "Die Politik steckt in Offshore große Hoffnungen rein und hat große Ziele. Bisher macht Offshore aber erst zwei Prozent des Marktes aus", sagte ein anderer Analyst. "Player wie Vestas, Siemens, Repower oder Bard werden durch den Offshore-Ausbau langfristig profitieren, aber das dauert." Kurzfristig gebe es dagegen für alle Windanlagenbauer ein großes Risiko dadurch, dass sich Finanzinvestoren im Zuge der Finanzkrise aus Windkraft-Projekten zurückziehen könnten.

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