Aktie im Sturzflug
Analysten stellen bei Thomas Cook die Existenzfrage

Schlechte Nachrichten lassen den Kurs abstürzen: Der Reiseveranstalter Thomas Cook braucht Kapital, die Geschäfte laufen schlecht, die Bilanz wird später vorgelegt. Nichts spricht zurzeit für eine Erholung.
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DüsseldorfDie Ergebnisse von Europas zweitgrößtem Reiseveranstalter sind noch schlechter als erwartet. Zur Wintersaison rutscht Thomas Cook weiter in die Krise. Nachdem bekannt gegeben wurde, dass das Unternehmen Gespräche mit Banken über höhere Kredite aufgenommen hat, brachen die Aktien am Dienstag an der Londoner Börse um über 70 Prozent ein. Damit erlitten sie im Tagesvergleich ihren größten Kursverlust aller Zeiten.

Der Reisekonzern hatte zuvor erklärt, dass die Geschäfte in einigen Bereichen zurückgegangen seien und man Probleme mit Bargeldreserven habe. Es gehe aber keinesfalls darum, dass man die bestehenden Kredite nicht zurückzahlen könne, hieß es. Vielmehr wolle man sich rüsten, falls die Lage weiterhin schwierig bleibe oder sogar noch schlimmer werde.

Analyst dagegen stellen jetzt schon die Existenzfrage: James Hollins etwa von Evolution Securities sagte, es stelle sich die Frage, ob Thomas Cook langfristig überleben könne.

Das Unternehmen hatte auch die für diesen Donnerstag angesetzte Veröffentlichung von vorläufigen Jahresergebnissen verschoben. „In den vergangenen Monaten ist das Geschäft schlechter gelaufen, als wir vorausgesagt hatten“, sagte der Übergangs-Chef der Thomas Cook Group, Sam Weihagen, am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Auch bei den Schätzungen für die Zahlen der letzten drei Monate von 2011, was dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 entspricht, habe man nicht das erreicht, was man erwartet habe. Deshalb sollten die vorläufigen Jahresergebnisse 2010/11 erst dann präsentiert werden, wenn man Rücklagen vorlegen könne.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir von unseren Kreditgebern Unterstützung bekommen.“ Grund für die schlechten Geschäfte sei vor allem die Eurokrise und das derzeitige Klima in Europa. „Das regt nicht gerade die Nachfrage nach Urlaub an“, erklärte Weihagen. Zudem mache die Lage in Nordafrika dem Tourismus weiter zu schaffen. Vor allem in Frankreich sei der Markt eingebrochen. Probleme habe man außerdem in Russland. Wegen der Überschwemmungen in Thailand ging die Nachfrage für Reisen nach Bangkok zurück.

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