Aktie knickt ein: Commerzbank, der gefühlte Pennystock

Aktie knickt ein
Commerzbank, der gefühlte Pennystock

Die Aktie der Commerzbank gibt kräftig nach. Damit verkommt sie beinahe zum Pennystock. Nur weil die Bank erst vor wenigen Tagen die Zahl der Aktien zusammengestrichen hat, entgeht sie diesem unwürdigen Schicksal.
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DüsseldorfHeute wäre der Tag gewesen, an dem die Commerzbank zum Pennystock wird. Wäre - denn durch einen geschickten Schachzug hat die Bank vermieden, dass ihr dieser Makel anhaftet. Erst vor wenigen Tagen strich sie die Zahl der Aktien im Umlauf zusammen. Jeweils zehn Aktien wurden am vergangenen Mittwoch zu einer zusammengelegt. Damit stieg - zumindest optisch - der Aktienkurs auf das Zehnfache. Statt gut einen Euro kostete eine Aktie danach etwas mehr als zehn Euro.

Damit ist es nun allerdings auch wieder vorbei - die Talfahrt geht weiter. Am Montag fiel der bereinigte Kurs um 4,5 Prozent auf 9,74 Euro. Nach alter Rechnung entspräche das einem Kurs von 97 Cent.

Die Zusammenlegung der Aktien war nötig, um die Voraussetzung für die geplante Kapitalerhöhung in Höhe von 2,5 Milliarden Euro zu schaffen. Die Bank darf bei der Kapitalerhöhung keine Aktien unter dem rechnerischem Nennwert von einem Euro ausgeben. Die Kapitalerhöhung soll Mitte Mai anlaufen.

Mit dem Geld will die Bank den Staat loswerden. Nach der Transaktion wird der Anteil des Bankenrettungsfonds Soffin voraussichtlich unter 20 Prozent von derzeit 25 Prozent sinken. Der Staat hat dann keine Sperrminorität mehr. Bislang konnte der Bund bei wichtigen Entscheidungen sein Veto einlegen.

Der Kursverfall der Commerzbank-Aktie hatte - wie bei vielen anderen Geldhäusern auch - mit dem Ausbruch der US-Immobilienkrise begonnen. Im Juni 2007 erreichten die Titel mit 30,61 Euro ihr Rekordhoch, bis zum März 2009 stürzten sie um 94 Prozent unter zwei Euro. Der Bankenrettungsfonds war zum rechnerischen Preis von sechs Euro mit 25 Prozent eingestiegen, um die Commerzbank vor der Pleite zu retten.

Zwei Jahre später notierten die Anteilsscheine immerhin wieder um die fünf Euro. Dann ließ Vorstandschef Martin Blessing eine ganze Welle von Kapitalmaßnahmen anrollen. Im ersten Schritt verkaufte die Bank neue Aktien noch für je 4,25 Euro, im zweiten dann gerade noch für 2,18 Euro. Die Zahl der Aktien im Umlauf blähte er damit von gut einer Milliarde bis aus 5,8 Milliarden auf.

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Bislang erst ein Pennystock im Dax

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  • Wenn der Kurs dann wieder bei 1€ angelangt ist gibt es dann den nächsten Reverse Split oder wie? Zum Glück habe ich da Papier nie angefasst obwohl es mich zugegebenermaßen auch mal gejuckt hat, aber gelegentlich siegt eben doch der Verstand. ;)

  • Jetzt muß ich zum 3.Mal die Frage stellen:
    Wer zum Teufel kauft denn die neuen (Penny)-Aktien der Commerzbank?
    Sind das die Gleichen, die 10jährige italienische Staatsanleihen kaufen?

  • Wo die Dresdner Bank drin steckt, ist nun Mal der Wurm drin. Da bringt mich im Leben niemand zu, da mein Geld zu versenken. Meine Prognose für die Coba ist abwärts, nach der erneuten Kapitalerhöhung dürften höchstens noch € 2 je Aktie drin sein.

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