Aktie knickt ein
Roth & Rau lässt Anleger im Unklaren

Roth & Rau verschiebt seine Bilanz und verunsichert damit seine Anleger. Der Kurs sackt um über vier Prozent ab.
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Aktionäre haben sich von Papieren des Solar-Maschinenbauers Roth & Rau getrennt. Nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass es die Veröffentlichung des Geschäftsbericht verschiebt, verloren die Titel des Solar-Maschinenbauers über vier Prozent auf 16,27 Euro. Roth & Rau war damit größter Verlierer im TecDax.

Statt am 31. März will der Konzern seine Bilanz für 2010 erst am 8. April vorlegen. "So eine Verschiebung sorgt immer für Unsicherheit bei den Anlegern", sagte ein Händler. DZ-Bank-Analyst Sven Kuerten stufte daraufhin die Aktie von "Buy" auf "Sell" und gab das Kursziel mit 15 Euro an. Analysten der BHF-Bank bewerteten die Aktie mit "underweight" und das Kursziel mit 12,80 Euro.

Als Grund für den Verzug nannte die Firma ein größeres Maß an Abstimmungen mit den Wirtschaftsprüfern infolge der Abschreibungen im Großprojektgeschäft. Dadurch hätten sich Verzögerungen bei der Erstellung des Prüfberichtes ergeben, erklärte eine Sprecherin. Einen Zusammenhang mit der anhängigen Millionen-Klage von Conergy gebe es nicht. Am Dienstag hatte der Solarkonzern Conergy bekannt gegeben, Roth& Rau im Februar auf Schadenersatz in dreistelliger Millionenhöhe verklagt zu haben. Der Zulieferer habe vier Zellproduktionslinien für das Conergy-Werk in Frankfurt an der Oder verspätet und nicht mit den vereinbarte Eigenschaften geliefert, heißt es im Geschäftsbericht der Hamburger Conergy.

Allerdings kündigte der Konzern Ende Februar an, wegen Abschreibungen im Großprojektgeschäft und Rückstellungen über insgesamt rund 50 Millionen Euro Verluste eingefahren zu haben. Nach ersten Berechnungen des Unternehmens fiel im Vorjahr vor Zinsen und Steuern (Ebit) ein Fehlbetrag von 26 Millionen Euro an nach einem Gewinn von 16 Millionen Euro in 2009. Grund seien die Verschiebung von Projekten sowie die drohende Pleite eines US-Kunden wie auch Rückstellungen für steuerliche und rechtliche Risiken aus noch laufenden Großprojekten. Demgegenüber bescherte der Solarboom dem Konzern einen Anstieg des Umsatzes um 36 Prozent auf 269 Millionen Euro, blieb damit aber um 16 Millionen unter den Firmenplanungen.

Seit Ende Juli 2010 war die Aktie von über 26 Euro auf 10,74 Euro zum Jahresende gefallen. Seit Jahresbeginn erholte sich der Kurs allerdings. Auch als die Katastrophennachrichten aus Japan den Dax einbrechen ließen, konnte Roth & Rau zwischenzeitlich sogar zulegen.



Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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