Aktie kostet 28 Euro
Premiere mehr als zwölffach überzeichnet

Der Börsengang des Bezahlfernsehsenders Premiere ist nach Angaben des Unternehmens geglückt.

HB FRANKFURT. Die Aktie sei mehr als zwölffach überzeichnet, teilte Premiere am Mittwoch in München mit. Bereits am Vortag hatte Premiere den Emissionspreis mit 28 Euro bekannt gegeben. Dieser liegt damit am oberen Ende der Spanne. Insgesamt ergebe sich aus der Zuteilung der 42,1 Millionen Aktien damit ein Emissionsvolumen von 1,179 Milliarden Euro.

Die Aktien sind nach Informationen aus Finanzkreisen auf eine lebhafte Nachfrage vor allem aus England, aber auch aus Deutschland und den USA gestoßen. Privatanleger, die Premiere abonniert haben, werden bei der Zuteilung der Aktien bevorzugt. Insgesamt werde diese Anlegergruppe rund 27 Prozent der Emission erhalten, hieß es in Finanzkreisen weiter.

Premiere hatte zuvor mitgeteilt, dass die Aktien des Unternehmens zu 28 Euro und damit am oberen Ende der Preisspanne für den Börsengang zugeteilt werden. Weitere Details zur Emission und zur Zuteilung gibt das Unternehmen auf einer Pressekonferenz am Mittwoch um 10 Uhr in Frankfurt bekannt, teilte Premiere mit. Die Aktien des Münchener PayTV-Anbieters sollen Mittwoch auch erstmals an der Börse gehandelt werden.

Der Emissionserlös beim Börsengang wird somit rund 1,2 Mrd. Euro betragen, der Großteil davon fließt den Altaktionären zu. Insgesamt wird das Unternehmen mit rund 2,3 Mrd. Euro bewertet. Der Börsengang von Premiere ist der bisher größte in der deutschen Mediengeschichte.

Der Erfolg von Premiere im Endspurt des Börsengangs dürfte nun weiteren Emittenden Mut machen. Der Münchner Triebwerkshersteller MTU wird nach Informationen des „Handelsblatts“ schneller als erwartet an die Börse gehen. Bereits Ende Mai, spätestens Anfang Juni sollen die Aktien erstmals an der Frankfurter Börse notiert werden.

Der Solarzellenhersteller Conergy geht mit so viel Selbstbewusstsein an seinen Börsengang heran, dass er in Umkehrung des üblichen Verfahrens eine Preisspanne erst bekannt gibt, nachdem die institutionellen Investoren die Führungsriege und das Geschäftsmodell des Börsenkandidaten kennen gelernt haben.

Jetzt dürften weitere Unternehmen ihre Pläne aus der Schublade holen

Der Börsengang von Premiere gilt als Test für die Bereitschaft des deutschen Marktes, in neue Werte zu investieren. Wenn die Aktie auf große Nachfrage trifft, könnte die nunmehr fünf Jahre währende Emissionsflaute endgültig beendet sein. Unternehmen, die bislang befürchten mussten, im seitwärts laufenden Markt keinen angemessenen Preis für die Anteile zu erhalten, könnten bislang verschobene Börsenpläne wieder aus der Schublade holen.

Zuletzt hatte der Börsengang des Biotech-Wertes Paion weniger Geld gebracht, als das Unternehmen erhofft hatte. Die Aachener Firma musste ihre Preisspanne von ursprünglich elf bis 14 Euro auf Druck der Fonds-Manager auf acht bis 14 Euro senken - und hat anschließend seine Aktien auch nur zu acht Euro platzieren können. Der Kurs stieg allerdings seitdem um knapp zehn Prozent.

Doch gerade Unternehmensstorys wie Paion machen aus Anlegersicht Lust auf weitere Schnäppchen. In Europa bewegen sich die Kurse auf dem höchsten Niveau seit Juli 2002. In den USA erreichte der Dow-Jones-Index den höchsten Stand seit Juni 2001 und ist nur noch sieben Prozent von seinem Allzeithoch im Jahr 2000 entfernt. Für ein ein weiterhin gutes Umfeld spricht allerdings paradoxerweise, dass nach einer repräsentativen Umfrage des Handelsblatts und der Bank Trinkaus und Burkhardt unter tausend deutschen Anlegern die Skeptiker überwiegen. Da Skeptiker die Risiken kennen, sehen Experten keine Gefahr einer "Dienstmädchenhausse" wie Anfang 2000.

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