Aktie legt zwölf Prozent zu
Envio gelingt glanzvolles Börsendebüt

Beim ersten Börsengang nach dem Ausbruch der Finanzmarktkrise sind die Aktien des Entsorgungsdienstleisters Envio auf reges Interesse bei Anlegern gestoßen.

HB FRANKFURT. Die im schwach regulierten Börsensegment Entry Standard notierten Papiere kletterten am Montag auf dem Frankfurter Parkett bis auf 3,65 Euro. Sie lagen damit zwölf Prozent über dem Zuteilungspreis von 3,25 Euro. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Start“, sagte Vorstandschef Dirk Neupert. „Zurückhaltung bei den Anlegern konnten wir nicht feststellen. Viele Fonds sind auf Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen spezialisiert.“

Dagegen bekommen andere Börsenaspiranten die nachlassende Risikobereitschaft der Investoren in Folge der US-Hypotheken- und Kreditkrise zu spüren. Der Überwachungskamera-Anbieter Mobotix hatte seinen Börsengang am Wochenende in letzter Minute abgesagt, weil er sich mit seiner Beraterbank nicht auf eine Preisspanne einigen konnte. Der am Mittwoch im Entry Standard debütierende Holzverarbeiter Delignit konnte nur ein Viertel seiner angebotenen Aktien bei Investoren unterbringen.

Allerdings sind die Börsengänge im Entry Standard meist sehr klein, weshalb sie große Fondsgesellschaften wegen der geringen Handelbarkeit der Aktien meist meiden. Börsianer wollten daher keine Rückschlüsse auf den Markt für Erstemissionen ziehen. Sie glauben weiterhin, dass viele Kandidaten wegen der Turbulenzen an den Aktienmärkten wohl deutliche Preisabschläge werden vornehmen müssen, um ihre Aktien unterzubringen. Erst vergangene Woche hatte der russische Aluminiumhersteller UC Rusal den mit einem erwarteten Volumen von neun Milliarden Dollar weltgrößten Börsengang in diesem Jahr auf Eis gelegt.

Envio zählt mit einem Emissionserlös von rund fünf Millionen Euro zu den kleinsten Börsengängen in Deutschland. Mit dem Geld will Vorstandschef Neupert das Werk in Dortmund ausbauen und eine Anlage in Südkorea bauen. Der Börsenneuling hat sich auf die Entsorgung PCB-haltiger Transformatoren spezialisiert. PCB ist eine Krebs erregende Chemikalie, die früher zur Isolierung in elektrischen Geräten verwandt wurde, seit Anfang der 80er Jahre aber verboten ist. Im vergangenen Jahr setzte Envio, die 2004 durch Abspaltung von der Schweizer ABB entstand, 7,3 (2005: 4,3) Millionen Euro um.

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