Aktie stieg seit Jahresbeginn um 38 Prozent
Analysten sehen für Krones weiteres Potenzial

Während die Einführung des Dosenpfandes deutschlandweit Verbraucher verunsichert, kann das bayerische Familienunternehmen Krones gelassen bleiben. Da der Weltmarktführer für Abfüll- und Verpackungsanlagen gerade mal ein Fünftel seines Umsatzes in Deutschland macht, trifft ihn das leidige Problem kaum. Zumal das Unternehmen über mangelnde Arbeit nicht klagen kann. Im ersten Halbjahr 2003 stiegen die Aufträge um 9,5 % auf 663,9 Mio. Euro und der Umsatz erhöhte sich um 7,1 % auf 717,5 Mio. Euro.

DÜSSELDORF. Die Analysten sind daher zuversichtlich was die Perspektiven der Aktie betrifft: Für Christian Saul, Analyst der Vereins- und Westbank AG, kann Krones sogar „Gewinner des Dosenpfandes“ werden. Im Herbst erwarte er eine Klärung, ob ein einheitliches Rücknahmesystem eingeführt oder das Dosenpfand vorerst abgeschafft werde. Dies führe für die Getränkeproduzenten zu überdurchschnittlich hohen Investitionen: entweder zu Ersatzinvestitionen bei Anlagen für Einwegverpackungen oder zu höheren Investitionen für die Verpackung von Mehrwegflaschen. Trotz der enttäuschenden Auftragseingänge im Maschinenbau sei die Perspektive des Unternehmens anders als beispielsweise bei dem Wettbewerber Sig gut, urteilt auch Sven Weier, Analyst der UBS Bank.

Um jährlich zehn Prozent soll das Unternehmen nach Ansicht von Saul bis 2005 wachsen. Das Ergebnis werde im gleichen Zeitraum um knapp 13 % zulegen, während die Konkurrenz Gewinne einbüßen müsse. Auch die Gewinnsteigerungen der vergangenen Jahre waren laut Weier „beeindruckend“. Die Produktivität sei stetig gesteigert worden, ohne einen weiteren Mitarbeiter in der Produktion einzustellen. „Das zeigt, welche Reserven in dem Konzern stecken.“

Die positiven Halbjahreszahlen schlagen sich auch im Kurs der im MDax-Index enthaltenen Stammaktien nieder: Aktuell liegt die Notierung nahe am im Mai erreichten Höchstkurs von 55 Euro, womit sie seit Jahresbeginn um knapp 38 % gestiegen ist. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa neun ist Krones aus Sicht der Analysten aber nach wie vor nicht zu teuer. Laut Bloomberg rieten 14 von 16 Empfehlungen zuletzt zum Kauf. Allerdings haben zumindest Großanleger nur geringe Beteiligungschancen: 86 % der sieben Millionen Stammaktien sind laut Jürgen Siebrecht, Analyst der West LB Panmure, im Familienbesitz. Nur die 3,6 Millionen Vorzugsaktien seien im Streubesitz.

Dies mache es vor allem für institutionelle Anleger schwierig, „einen großen Block“ zu bekommen, sagt Christopher Schardt, Analyst der HVB-Group. Weil die Aktie ein „grundsolides Investment mit relativ stabilem Wachstum“ sei, rät er trotzdem zum Kauf. Obwohl das jährliche Wachstumspotenzial der klassischen Krones-Branche, Getränkeabfüll- und Verpackungsanlagen, laut Weier bei nur rund vier Prozent liegt, wuchs das Unternehmen seinen Angaben zufolge im vergangenen Jahr um zehn Prozent.

Investitionen in Forschung und Entwicklung und eine dadurch gewonnene breite Produktpalette sind die Erfolgsrezepte des Konzerns, zu dem neben der Krones AG die Tochterunternehmen Steinecker (Brautechnik), Sander Hansen (Pasteurtechnik) und Syskron (Prozessautomatisierung) gehören. 1 300 Patente hat das innovative Unternehmen mittlerweile, eine „Kleinkavitätenstreckblasmaschine“ für PET-Flaschen ist die neueste Erfindung. Sie hat Symbolcharakter, denn damit hat Krones mal wieder einen neuen Markt erobert. Southeastern Container, der größte amerikanische Hersteller von PET-Flaschen für Coca-Cola, installierte im Frühjahr zwei der Maschinen. Eine andere PET-Abfüllanlage für Bier und Biermischgetränke wird noch in diesem Monat bei Holsten in Braunschweig in Betrieb genommen.

Längst umfasst die Krones-Produktpalette neben Etikettiermaschinen, die das Unternehmen seit der Gründung 1951 produziert, mehr: Krones installiert Abfüll- und Verpackungsanlagen, fertigt Inspektionsmaschinen sowie Kontrollsysteme und baut schlüsselfertige Brauereien. Neben Brauereien und Softdrinkherstellern zählen auch Firmen der Lebensmittel-, pharmazeutischen oder kosmetischen Industrie zu den Kunden.

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