Aktie übersteigt Angebotspreis
Postbank-Aktionäre spekulieren auf Nachschlag

Die Deutsche Bank bietet Postbank-Aktionären 25 Euro je Anteilsschein. Doch einige Anleger hoffen auf mehr. Die Postbank-Aktie kostet aktuell mehr, als die Deutsche Bank zu zahlen bereit ist. Und eine Spekulation darauf, dass Josef Ackermann einen Nachschlag bezahlt, könnte nach hinten losgehen.
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HB FRANKFURT. Einige Aktionäre der Postbank spekulieren offenbar auf ein höheres Angebot der Deutschen Bank. Die Aktien des Privatkundeninstituts stiegen am Dienstag um ein Prozent auf 25,16 Euro und damit über die Offerte des Frankfurter Branchenprimus von 25 Euro.

"Hier wollen wohl einige lieber die Taube auf dem Dach als den Spatz in der Hand", kommentierte Finanzexperte Konrad Becker von Merck Finck die Kursbewegung. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat eine Erhöhung des Gebots ausgeschlossen. Mit den 25 Euro pro Aktie bietet das Geldhaus nur das gesetzliche Minimum. Insgesamt kostet es die Übernahme Ackermann zufolge 6,3 Milliarden Euro.

Die Deutsche Bank will ihren Anteil an der Postbank von derzeit knapp 30 Prozent auf über 50 Prozent aufstocken, um das Institut in die Bilanz nehmen zu können. Mit dem Gebot ist die Bank von der Abgabe einer Pflichtofferte befreit, wenn sie die Schwelle von 30 Prozent überschreitet.

Sollten zu wenige Investoren das Angebot annehmen, dürfte das Institut am Markt weitere Aktien zukaufen, um die Mehrheit zu bekommen. Dies könnte den Kurs dann nach oben treiben. "Das ist aber eine riskante Strategie für die Aktionäre", warnte Becker. Denn die Deutsche Bank werde sich hierfür Zeit lassen.

Er empfiehlt daher den Postbank-Aktionäre die Annahme des Angebots. Die Frist hierfür startet im Oktober. 40 Prozent an der Postbank hält noch die Deutsche Post - diesen Anteil bekommt die Deutsche Bank über eine Pflichtumtauschanleihe und Optionen ab 2012.

Für die Übernahme der Postbank zieht die Deutsche Bank die größte Kapitalerhöhung ihrer Geschichte durch. Sie nimmt dabei nach Angaben von Montagabend 10,2 Milliarden Euro ein - etwas mehr als zunächst angenommen. Mit dem Geld will sie sich selbst und die künftige Tochter Postbank wetterfest machen, bevor die neuen Kapitalvorschriften Basel III in Kraft treten. Der Großteil der Erlöse dient zur Stärkung der dünnen Kapitaldecke der Postbank.

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