Aktie unter Ausgabekurs
Börsenneuling BME enttäuscht

Die spanische Börsenholding Bolsas y Mercados Españoles (BME) hat die Erwartungen der Anleger nicht erfüllt. Einen Monat nach ihrem Start auf dem Parkett hat die Aktie der BME knapp zehn Prozent an Wert verloren.

FRANKFURT/MADRID. Mit knapp 28 Euro notiert sie drei Euro unter ihrem Ausgabekurs. Auch der Versuch der Großbank BBVA – einem der Hauptaktionäre –, das Wertpapier in den vergangenen Tagen durch Zukäufe zu stützen, half dem Kurs nicht auf die Sprünge. Damit legte die BME einen der schlechtesten Starts der spanischen Börsengeschichte hin.

Dabei gilt die Finanzmarkt-Holding als eine der rentabelsten und effizientesten der Welt. Das von Antonio Zoido geführte Unternehmen konnte im ersten Halbjahr dieses Jahres seinen Gewinn um 23 Prozent auf 62 Mill. Euro steigern. Das operative Ergebnis (Ebitda) verbesserte sich um 25 Prozent auf 92 Mill. Euro, der Umsatz wuchs um 19 Prozent auf 137 Mill. Euro. Auch das Handelsvolumen legte um 23 Prozent auf 623 Mrd. Euro zu. Diese gute Nachricht gab der BMW-Aktie jedoch nur einen Tag Unterstützung, danach ging es wieder bergab.

Branchenexperten glauben, dass der Ausgabepreis für die hauptsächlich vom Aktiengeschäft zehrende BME zu hoch angesetzt war. „Es handelt sich bei der BME im europäischen Vergleich trotz ihrer guten Kennzahlen um einen kleinen Finanzplatz, der alleine kaum überleben kann“, sagt Manuel Romera, Finanzexperte an der spanischen Managementschule Instituto de Empresa.

Zoido selber sieht seine Holding in einer Schlüsselrolle bei der europäischen Börsen-Konsolidierung: „Wir sind wie ein Zünglein an der Waage“, sagt er selbstbewusst. Bisher hat er sich jedoch nicht offiziell dazu geäußert, ob er bereit ist, Euronext beizutreten oder sich auch eine Allianz mit der Deutschen Börse vorstellen kann. „Diese Ungewissheit blockiert den Kurs natürlich“, ist aus Kreisen der BBVA zu hören. Inoffiziell hat Zoido sich bisher offen gezeigt, mit der Deutschen Börse über eine Partnerschaft zu verhandeln. Diese hatte im Mai eine entsprechende Anfrage an die BME gerichtet.

Aber jetzt sind die Deutschen nach eigenen Aussagen erst mal an der Übernahme von Euronext interessiert und „werden sich solange nicht in ein anderes Abenteuer stürzen, bis sie diese Möglichkeit nicht völlig ausgeschöpft haben“. Dem BME-Kurs dürfte das kurzfristig nicht auf die Sprünge helfen.

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