Aktie unter der Lupe: Alstom schafft die Wende

Aktie unter der Lupe
Alstom schafft die Wende

Die Restrukturierung des französischen Industriekonzerns sorgt für Zuversicht bei Anlegern und Analysten.

PARIS. Als vor ein paar Wochen die „Queen Mary 2“ nach ihrem kurzen Reparaturaufenthalt den Hamburger Hafen verließ, kamen am frühen Morgen bei bitterer Kälte Tausenden von Menschen, um den Ozeanriesen zu verabschieden. Ohne Zweifel ist das mit 345 Metern Länge derzeit größte Kreuzfahrtschiff der Welt ein überall bewundertes Meisterwerk der Ingenieurkunst. Doch der Erbauer, der französische Industrie-Konzern Alstom, profitierte wenig von dem Ruhm des legendären Schiffes. Die Werftbranche des Unternehmens ist seit einigen Jahren defizitär. Deshalb sehen Analysten den Verkauf des Teilbereiches Alstom Marine an den norwegischen Schiffbauer Aker Yard als einen wichtigen Schritt zur Börsen-Renaissance des Unternehmens. Alstom hat die letzten Krisenjahre durch Restrukturierung überstanden und der Aktienkurs stabilisiert sich.

Trotz des niedrigen Verkaufspreises an Aker Yards von 50 Mill. Euro für 75 Prozent der Anteile gilt Alstom als Gewinner des Geschäfts. Das hat positive Auswirkungen auf die Aktie. Der Titel kletterte um acht Prozent auf rund 53 Euro. Viele Analysten glauben, dass die Aktie noch leichte Wachstumschancen hat. „Die Aufträge für Alstom Marine reichten nicht aus, um die Rentabilität zu garantieren. Nach dem Verkauf kann sich Alstom auf den Energie- und Transportbereich konzentrieren“, erklärten die Analysten der US-Bank Merrill Lynch. Alstom stellt neben Gasturbinen und Kraftwerken auch den Hochgeschwindigkeitszug TGV her. Vor allem im Bereich der Energie sehen die Experten die nahe Zukunft als gesichert, nachdem Alstom in den letzten zwei Monaten gleich drei große Aufträge für Gaskraftwerke und Gasturbinen erhalten hat.

Das Broker-Haus CA Cheuvreux hat schon das Kursziel für die Alstom-Aktie von 55 auf 58 Euro erhöht. Der Rückzug aus dem Werftbereich sei von großem strategischen Interesse, erklärten die Analysten: „Mit dem Verkauf der Marinebranche hat sich der Kapital-Bedarf und damit auch das Risiko reduziert.“ Alstom habe nicht genug Finanzreserven für die hohen Investitionen im Werftbereich. Die Werftsparte machte im vergangenen Geschäftsjahr einen operativen Verlust von rund 100 Mill. Euro, ein Sechstel des Umsatzes in dem Bereich. CA Cheuvreux schließt nicht aus, dass Alstom wieder in den französischen Börsenindex CAC 40 zurückkehren könnte, wenn es weiter aufwärts geht. Die Analysten von CM-CIC Securities warnen dagegen vor zu viel Euphorie. Sie sehen das Kursziel bei 50 Euro.

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