Aktie unter der Lupe
Analysten loben Fluxx.com

Die im Kleinwerteindex SDax notierte Aktie des Glücksspielanbieters Fluxx.com profitiert vom derzeitigen Wettboom in Deutschland. Seit dem vergangenen Jahr geht es mit dem Titel wieder aufwärts. Zuvor war das Papier von einem typischen New-Economy-Verlauf gekennzeichnet.

FRANKFURT 1999 war Fluxx.com mit einem Ausgabepreis von 19 Euro an die Börse gekommen, stieg in einem halben Jahr auf ihr Allzeithoch von 85,65 Euro und fiel zwei Jahre später auf 49 Cent. Aktuell steht der Kurs bei über zwölf Euro. Doch die aktuellen Unternehmenszahlen stimmen positiv: Der Dienstleister für Lottogesellschaften und Pferderennbahnen mit Sitz in Altenholz konnte 2005 seinen Gewinn von 0,9 Mill. auf 1,7 Mill. Euro fast verdoppeln, der Nettoumsatz stieg um 24 Prozent auf 22 Mill. Euro.

Derzeit empfehlen drei von vier Analysten, die das Unternehmen beobachten, die Aktie zum Kauf. „Der faire Wert der Aktie liegt für mich bei 13 Euro“, sagt Marcus Sander von Sal. Oppenheim. Auch Ellis Acklin von First Berlin Equity und Laura Lembke von der Berenberg Bank halten die Aktie für attraktiv.

An der positiven Entwicklung von Fluxx.com konnte auch das Urteil des Bundesgerichtshofs in der vergangenen Woche nichts ändern. Das Gericht bestätigte das staatliche Sportwettmonopol. In Zukunft müssen staatliche Anbieter wie Oddset zwar ihre Werbung einschränken und Kunden besser vor Spielsucht schützen, private Unternehmen und die Vermittlung von Sportwetten bleiben aber verboten. „Für das derzeitige Geschäft von Fluxx hat das Urteil wenig Auswirkung, da das Unternehmen in den Sportwettenmarkt noch nicht aggressiv eingetreten ist“, sagt Analyst Sander. Trotzdem dürfte die Fußball-WM 2006 für das Unternehmen zum Wachstumstreiber werden – über Beteiligungen an ausländischen Buchmachern.

Mit der Aufstockung seines Anteils am maltesischen Sportwettanbieter „myBet.com“ auf 77 Prozent ist dem deutschen Glücksspielanbieter Anfang 2006 der Eintritt in den internationalen Sportwettenmarkt gelungen. Doch mit den Marktführern aus Großbritannien, wie Ladbrokes, kann Fluxx.com nicht mithalten. „Das größte Potenzial sehen wir deshalb im Supermarkt-Lotto und nicht im Bereich der Sportwette“, sagt Jochen Reichert von SES Research. Der Analyst empfiehlt, die Aktie zu halten. Sein Kursziel von 11,90 Euro hat der Titel bereits erreicht. Auch Sander misst dem für 2006 geplanten Start des Supermarkt-Lottos große Bedeutung bei. „Das Konzept bietet viel Potenzial“, sagt der Analyst von Sal. Oppenheim. Nach einer erfolgreichen Testphase in Supermärkten und Tankstellen in Schleswig-Holstein will Fluxx.com nun bis 2007 bundesweit rund 2 000 Märkte mit Lotto-Stationen ausstatten. Dem Kunden soll damit der Weg in den Kiosk abgenommen werden. Zusammen mit den übrigen Einkäufen kann der Tippzettel an der Kasse gescannt und bezahlt werden. Kooperationspartner sind Edeka, Oil! und Orlen, mit weiteren ist das Unternehmen im Gespräch.

Analysten sehen in der Geschäftsidee die größte Chance des Lotto-Vermittlers. „Läuft das Supermarkt-Lotto erfolgreich an, wird Fluxx durch die zunehmende Besetzung der stationären Vertriebskanäle als Übernahmekandidat interessant“, sagt Sander. Auch Reichert hält das Potenzial für groß: „Gelingt es Fluxx, stationäres Lotto tatsächlich flächendeckend einzuführen, resultiert daraus ein erhebliches Umsatzpotenzial.“

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