Aktie unter der Lupe
Aufstieg in den MDax beflügelt Deutsche Wohnen

Mit der Deutsche Wohnen zieht ein neues Unterenhmen in den MDax, den Aktienindex für mittelgroße Unternehmen. Spekulationen um den Aufstieg hatten den Kurs zuletzt beflügelt. Analysten sehen nun kaum noch weiteres Potenzial.
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FRANKFURT. Der Favorit hat sich durchgesetzt. Ab Mittwoch wird die Deutsche Wohnen im MDax, dem Aktienindex für mittelgroße Unternehmen, gelistet. Bereits in den letzten Tagen war der Immobilienkonzern als heißester Kandidat für den bisherigen Platz der Postbank gehandelt worden. Die Banker mussten das Feld räumen, weil aufgrund der Übernahme durch die Deutsche Bank der Anteil der Postbank-Aktien in Streubesitz auf unter zehn Prozent fiel. Ein Ausschlusskriterium für den Index gemäß der Regeln der Deutschen Börse.

Die Spekulation, dass die Deutsche Wohnen in den MDax aufgenommen werden könnte, hatte den Aktienkurs schon in der vergangenen Woche beflügelt. Gestern legten die Papiere bis zum späten Nachmittag noch einmal deutlich um knapp fünf Prozent zu. Mit einem Aktienkurs von rund zehn Euro wurde der bisherige Jahreshöchststand übertroffen. "Der Aufstieg in den MDax erhöht die Visibilität bei ausländischen Investoren, die eher auf die großen Indizes schauen und die Liquidität der Aktie", erklärt Frank Neumann, Analyst beim Bankhaus Lampe. Er sah im Vorfeld noch ein wenig Kurspotential bis auf die nun erreichten zehn Euro.

Kluges Management

Die Deutsche Wohnen habe im Vergleich zum Konkurrenten Gagfah ihre Hausaufgaben in diesem Jahr gemacht, meint Neumann. Sie trennte sich von Wohnungen außerhalb ihres Kernbestandes - Rhein/Main und Berlin - zu ordentlichen Preisen und hat die Refinanzierung bereits bis ins Jahr 2015 gesichert. An der Börse wurde das gute Management mit einem kontinuierlich steigenden Aktienkurs honoriert. Lediglich Mitte Oktober gab es einen Einbruch. Damals veräußerte Großaktionär Oaktree 50 Prozent seiner Anteile, schreibt Ulrich Geis, Analyst bei der DZ-Bank in einer Studie. Positive Quartalsnachrichten konnten den Abwärtstrend kurz darauf wieder stoppen. Für die ersten neun Monate wies die Deutsche Wohnen einen Nettogewinn von 10,1 Millionen Euro aus, nachdem vor einem Jahr noch ein Verlust von 2,5 Millionen in den Büchern gestanden hatte. Außerdem stiegen die Mieteinnahmen kontinuierlich an und liegen derzeit bei 5,43 Euro pro Quadratmeter. Analyst Geis rechnet bei Neuverträgen demnächst mit bis zu 6,40 Euro. Außerdem sei der Konzern mit Barmitteln von 65 Millionen Euro und verfügbaren Kreditlinien von 125 Mio. Euro gut gerüstet für Expansionen.

Geis sieht den fairen Wert der Aktie ebenfalls bei zehn Euro und empfiehlt zu kaufen. Kollege Neumann vom Bankhaus Lampe ist dagegen etwas zurückhaltener. Er sieht momentan keine Anzeichen für eine weitere Renditesteigerung und empfiehlt die Aktie zu halten.

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