Aktie unter der Lupe
Bei Telefónica Móviles überwiegt Risiko

Die Aktie der Mobilfunktochter des spanischen Telekommunikationsunternehmens Telefónica, Telefónica Móviles (TEM), hat in den vergangenen zehn Tagen um sieben Prozent auf über neun Euro zugelegt. Dennoch glauben die Analysten der US-Investmentbank Lehman Brothers, dass das Papier langfristig kein Potenzial hat und rät weiterhin zum Verkauf.

MADRID. Denn sollte der Kauf des britischen Mobilfunk-Anbieters O2 durchgehen, wird dieser nach Aussagen des Mutterkonzerns nicht, wie am Markt spekuliert wird, mit TEM fusionieren, sondern mit Telefónica S.A., von wo aus das Angebot über 26 Milliarden Euro auch in der kommenden Woche offiziell den Aktionäre unterbreitet werden wird. „Wir werden O2 zunächst als eigene Marke und Tochtergesellschaft führen“, sagt Telefónica-Präsident César Alierta auf einer Pressekonferenz Ende Oktober.

Lehman Brothers hält auch die Neunmonatsergebnisse von TEM „für nicht ausreichend überzeugend“, obwohl der Umsatz um 45 Prozent auf über 12 Milliarden Euro und der Gewinn um knapp neun Prozent auf 1,5 Milliarden Euro stieg.

Analysten rechnen bei TEM nun im laufenden Jahr mit einem Nettogewinn von rund 1,9 Milliarden Euro, was eine Steigerung von zehn Prozent bedeuten würde. Was den Experten negativ auffällt, ist die Abhängigkeit der Spanier vom lateinamerikanischen Markt. Diese Region stellt wegen der stark schwankenden Wechselkurse und der politischen Unsicherheiten eine permanente Risikoquelle dar. Dabei erwirtschaftet die Telefónica-Tochter bereits fast die Hälfte des Umsatzes in Lateinamerika – in erster Linie in Brasilien, Chile und Argentinien, wobei sich die Margen in Mexiko und Brasilien nach Meinung des spanischen Brokers Ibersecurities schlecht entwickeln.

Nur 22 Prozent der insgesamt 86 Millionen Handykunden sitzen in Europa. Und die Tendenz ist rückläufig: Von den 2,6 Millionen neuen Kunden im dritten Quartal kommen nur 250 000 aus Spanien. „Das ist äußerst bedenklich“, glaubt Lehman Brothers. Würden O2 und TEM doch noch zu einem späteren Zeitpunkt fusionieren, könnte das Risiko jedoch elegant ausbalanciert werden. Solange das jedoch nicht passiert, überwiegen bei der Aktie für viele Analysten die Risiken. So sehen es auch die Experten von Credit Suisse First Boston, die die Aktie weiterhin auf „Halten“ setzen und das Kursziel bei 9,90 Euro sehen.

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