Aktie unter der Lupe
Dell-Aktie stoppt Talfahrt

Michael Dell macht Nägel mit Köpfen: Vor zwei Wochen kaufte der Gründer und Geschäftsführer des Computerriesen Dell für rund 70 Mill. Dollar fast drei Millionen Aktien seines Konzerns. So viel hatte seit mindestens drei Jahren kein anderer Chef eines US-Unternehmens mehr für eigene Aktien ausgegeben, errechnete der Finanzdienstleister Insiderscore.com.

HOUSTON. Im Falle Dell teilen Anleger wie Analysten offenbar den Optimismus des Chefs. „Es bleibt noch viel zu tun, aber die Geschäftsleitung unternimmt die richtigen Schritte“, sagt Analyst Bill Shope von JP Morgan. Nach dem kräftigen Absturz bis auf das Jahrestief bei 18,60 Mitte Mai, befindet sich der Kurs jetzt auf dem Weg der Besserung. Auch in den jüngsten Marktturbulenzen hielt sich die Dell-Aktie vergleichsweise stabil. Von 28 Analysten raten derzeit elf zum Kauf und 15 zum „halten“ der Aktie, zeigt die Statistik von Thomson First Call.

Für Auftrieb am Markt sorgt auch Dells Ankündigung, in Zukunft verstärkt mit der Internetsuchmaschine Google zusammenzuarbeiten. Für zunächst drei Jahre sollen Dell-Computer mit Google-Software, einer speziellen Google-Seitenleiste und anderem Zubehör ausgestattet werden. Zudem wollen beide Unternehmen eine gemeinsame Homepage aufbauen und auf den PCs vorinstallieren.

Analysten loben die Kooperation als richtungsweisend. „Andere Computerhändler wie Hewlett Packard werden wahrscheinlich in nächster Zukunft ähnliche Deals abschließen“, sagt Ben Reitzes von UBS. Er schätzt, dass das Projekt in wenigen Jahren bis zu eine Mrd. Dollar in Dells Kasse spülen wird. Das wäre ein jährliches Ertragsplus von bis zu zehn Cent je Aktie, „was einen Teil des Drucks auf die Margen und den Umsatz im Kundengeschäft ausgleichen könnte“.

Gleichzeitig rückt Dell näher an die Kunden heran. In Indien soll noch vor Jahresende die erste Dell-Fabrik den Betrieb aufnehmen. Dadurch würde die Lieferzeit für die Region um einige Tage reduziert; ein entscheidender Faktor auf dem boomenden indischen Markt, der jährliche Wachstumsraten von fast einem Drittel verzeichnet.

Zum anderen sollen noch in diesem Sommer zunächst in Dallas und dann in New York Geschäfte entstehen, die rund 40 verschiedene Dell-Produkte zur Ansicht bereithalten. Ein neuartiges Konzept für den Marktführer aus Texas, dessen jahrzehntelanger Erfolg vor allem auf das Direktversandmodell zurückgeht.

Dem Kundengeschäft sollen noch weitere Initiativen auf die Sprünge helfen. „Dell will mehr als 100 Mill. Dollar investieren, um seinen Kundenservice zu verbessern und die Telefon-Kundendienste zu erweitern“, lobt JP-Morgan-Mann Shope, der den Schritt für eine sinnvolle Maßnahme hält.

Andere Experten begrüßen die Investition ebenfalls – auch weil Dell nach Schätzungen von Standard & Poor’s (S&P) auf mehr als neun Mrd. Dollar Barmitteln sitzt. „Selbst mit Aktienrückkaufprogrammen, Dividenden und Firmenübernahmen würde es eine Weile dauern, bis so eine Summe aufgebraucht ist“, sagte S&P-Analyst Howard Silverblatt der Agentur AP.

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