Aktie unter der Lupe
Deutsche Post steht unter Druck

Der gelbe Riese hat an der Börse die Quittung für seine überteuerten Übernahmen erhalten. Der Kurs hinkt dem Markt hinterher.

HB DÜSSELDORF. Mit einer Firmenwertabschreibung in Höhe von 434 Mill. Euro auf das US-Expressgeschäft musste Post-Finanzvorstand Edgar Ernst erstmals einräumen, dass der Preis für die Übernahme des US-Anbieters Airborne viel zu hoch war. Ernst nennt das „bilanziell reinen Tisch“ machen. Der Aufbau des US-Geschäfts ist damit jedoch gehörig ins Stocken geraten.

Die Börse zeigte dafür wenig Verständnis: Die Aktie gehörte in der vergangenen Woche mit einem Minus von über fünf Prozent zu den Verlierern im Dax. Mehr noch: Auf Sicht der letzten zwölf Monate bleibt sie deutlich hinter der Entwicklung des Dax zurück.

Die Entwicklung des US-Geschäftes sehen die Anleger offenbar kritisch – und das nicht ohne Grund. Denn den milliardenschweren Einkauf von Airborne hatte das Post-Management als strategische Übernahme gerechtfertigt, um endlich auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt Fuß zu fassen. Doch zeigt sich nun, dass die aggressive Akquisitionspolitik mit hohen Risiken verbunden sei, meint Holger Bosse von Helaba Trust. Daher fragen sich viele Anleger, ob Airborne vielleicht nur der Anfang war und möglicherweise noch ein größerer Flop droht. Denn für den für den Konkurrenten Exel zahlte die Post Ende 2005 stolze 5,7 Mrd. Euro. Skepsis scheint daher angebracht, ob dieses Geld auch gut investiert ist.

Analyst Bosse will die Einstufung der Aktie („halten“) zumindest überdenken. Seine Kollegen von Merck Finck & Co. gehen bereits einen Schritt weiter und werfen der Post „Verschleierungstaktik“ vor, da sie künftig das US-Express-Geschäft aus „Wettbewerbsgründen“ nicht mehr separat ausweisen will. Sie bestätigen derweil ihr Anlageurteil „halten“. Die Deutsche Bank senkte sowohl die Einstufung der Aktie als auch das Kursziel. Angesichts der anhaltenden Integrationserfordernisse seien das beschleunigte Umsatzwachstum und bessere Margen im Expressbereich noch keine ausgemachte Sache. Denn auch ohne die Abschreibung lag das Ergebnis im Expressgeschäft unter Plan. Auch Nomura und WestLB senkten ihre Einstufungen für die Aktie.

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