Aktie unter der Lupe: Disney überzeugt die Analysten

Aktie unter der Lupe
Disney überzeugt die Analysten

Mickey Maus macht mobil. Nachdem die Walt-Disney-Aktie seit längerem unter dem Ruf eines alternden Vergnügungshauses leidet, wurde das Image spätestens mit der jüngsten Übernahme des Animationsstudios Pixar wieder etwas aufpoliert, sagen Analysten.

HOUSTON. Zum einen ist noch kein einziger der Pixar-Filme an der Kinokasse untergegangen – ganz anders als bei Disneys computeranimierten oder gezeichneten Streifen. Zum anderen versprechen sich die Experten viel von Pixar-Chef Steve Jobs, der auch dem Apple-Konzern vorsteht und seit Neuestem größter Aktionär bei Disney ist. Das Finanzmagazin Barron’s berichtete am vergangenen Wochenende sogar, dass Analysten und andere Insider eine Übernahme von Disney durch Apple nicht ausschließen.

„Mr. Jobs hat eine unglaubliche Weitsicht, was neue Technologien angeht“, sagt Aryeh Bourkoff vom Investmenthaus UBS. „Das sollte Disney helfen, Inhalte besser in den neuen Medien zu vermarkten.“ Jessica Cohen von Merrill Lynch lobt „die verbesserte Konzentration der Geschäftsleitung auf eine breitere Vermarktung“ der Filme. Einer der Gründe für ihre Aussage: Das Radiogeschäft, das Experten des Öfteren kritisiert hatten, verkaufte der Konzern kürzlich an die Rundfunkgesellschaft Citadel.

Auch sonst gibt Disney-Chef Bob Iger sein Bestes, um das Unternehmen aus dem Froschdasein zu befreien und wieder zum Märchenprinzen der Wall Street zu machen. Seit Iger im Oktober die Zügel von Michael Eisner übernahm, ist der Aktienkurs um knapp 17 Prozent gestiegen. Und die Analysten rechnen damit, dass nach einem schwächeren zweiten Quartal die zweite Jahreshälfte wieder Zuwächse bringen wird: „Disney ist momentan unterbewertet“, erklärt Jessica Cohen. Mit ihrer Kaufempfehlung liegt sie auf einer Linie mit der Mehrzahl der Analysten: 13 von 23 Urteilen raten zum Übergewichten, zehn zum Halten.

Ein ganzes Areal an neuer Technologie soll den Kunden demnächst die magische Disney-Welt digital ins Haus liefern. So sind Disneys Produkte in Apples iTunes-Onlinehandel inzwischen bereits einige Millionen Mal heruntergeladen worden. Außerdem testet der Konzern derzeit eine verbesserte Version des „Movie-Beam“ – des kleinen schwarz-silbernen Kastens, der an einen Videorekorder erinnert, tatsächlich aber eine Art Mini-Videothek darstellt. Mindestens hundert Filme sind ständig gegen Gebühr abrufbar: „Unser Angebot richtet sich an Filmfans, die viele DVDs ausleihen, aber mit herkömmlichen Videotheken schlechte Erfahrungen gemacht haben“, sagte Movie-Beam-Chef Tres Izzard der Agentur AP.

Auch der Erfolg der familienfreundlichen Kinofilme „Die Chroniken von Narnia“ und „Himmel und Huhn“ brachte den Kaliforniern geschätzte 82 Mill. Umsatz zusätzlich. Damit macht Disney auch beim heiß umkämpften Computerspielemarkt wieder Boden gut. „Wenn Disney weitere Spiele entwickelt, die sich auf bekannte Lizenzcharaktere stützen, dann könnte der Videospielmarkt in Zukunft eine bedeutende Einnahmequelle für das Unternehmen werden“, schätzt Bourkoff.

Nicht zuletzt brummt auch in den berühmten Freizeitparks das Geschäft. Seit Disney im vergangenen Juli das Jubiläumsjahr einläutete – 50 Jahre Disneyland in Los Angeles – stiegen die Besucherzahlen um achteinhalb Prozent, sagt Vijay Jayant von Lehman Brothers. Und obwohl er damit rechnet, dass „eine Rückkehr zum alten Durchschnitt spätestens im nächsten Jahr erfolgen wird, liegen die Buchungen derzeit leicht höher als im vergangenen Jahr.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%