Aktie unter der Lupe
Experten setzen bei Roche auf Wachstum

Der Schweizer Pharmakonzern Roche ist Marktführer im Bereich der Krebstherapie. Analysten schätzen den Pharmariesen sehr, denn der Sektor sei wichtigster Wachstumstreiber der Branche. Als weiteres Argument für Roche gilt die aktuelle Kursentwicklung.

FRANKFURT. "Die Krebsprodukte Roches sind konkurrenzlos und somit äußerst umsatzstark", sagt Andreas Theisen von der WestLB. Er lobt dabei das gesamte Produktportfolio der Schweizer. Zudem befänden sich einige vielversprechende Produkte kurz vor der Markteinführung.

Als weiteres Argument für Roche gilt die aktuelle Kursentwicklung: Nach schwachen Quartalszahlen sackte die Roche-Aktie zuletzt auf ein Dreijahrestief ab. Roche meldete zum ersten Quartal einen Umsatzrückgang von vier Prozent auf elf Mrd. Franken (6,8 Mrd. Euro). Laut Unternehmen litt die Umsatzentwicklung unter Einmaleffekten wie negativen Währungseinflüssen und Absatzschwankungen des Grippemittels Tamiflu. Der Titel sei übertrieben vom Markt abgestraft worden und zurzeit "äußerst attraktiv" bewertet, kommentiert Theisen.

Das übrige Pharmageschäft legte aber um neun Prozent zu, wobei vor allem Medikamente für die Krebstherapie Wachstumsgaranten waren. Mit seinen Produkten ist Roche in der Krebstherapie der Marktführer. Zwar befürchten Analysten, dass auf dem im Juni anstehenden wichtigsten Krebsmedizin-Gipfel der Branche sich neue Wettbewerber vorstellen könnten. Die Risiken von Konkurrenzprodukten seien aber eingepreist, und Produkte wie Avastin behielten höchstwahrscheinlich ihre dominierende Rolle in der Krebstherapie, kommentiert ein Branchenexperte. Das Medikament wird in der Behandlung von Darm-, Brust- und Lungenkrebs eingesetzt. JP Morgan erwartet bis 2012 ein Umsatzanstieg des Medikaments von vier auf neun Mrd. Franken.

Insbesondere außerhalb der USA und Europas sieht JP Morgan für die Onkologie-Sparte enormes Wachstumspotenzial. Asien und Lateinamerika seien in der Krebsbehandlung bislang kaum erschlossen, und vor allem das Erfolgsprodukt Avastin habe hier große Erfolgschancen.

"Bis zum 30. Juni, dem Tag der Krebsmedizin-Konferenz, erwarten wir noch eine Seitwärtsentwicklung der Aktie", sagte Theisen. "Danach aber können wir die Erfolgsprognosen für die Roche-Medikamente noch besser bewerten." Ein weiteres Absacken des Aktienkurses erwarten die Analysten der WestLB nicht. Theisen geht sogar davon aus, dass Roche spätestens im Sommer seine Umsatzziele heraufsetzt. Er erwartet einen Kursanstieg von aktuell rund 172 auf 190 Franken. So empfehlen auch rund 85 Prozent der im letzten Monat durch den Finanzdienstleister Bloomberg befragen Analysten die Aktie zum Kauf.

JP Morgan sieht Roche sogar als großen Gewinner unter den europäischen Schwergewichten. Pharmaunternehmen wie Astra-Zeneca, GSK oder Sanofi Aventis würden bis 2013 jährlich etwa sechs Prozent ihres Pharmageschäfts einbüßen. Roche aber traut das amerikanische Institut über den selben Zeitraum ein durchschnittliches Wachstum vom acht Prozent zu. Selbst bei einer Bewertung der Erfolgsaussichten ohne den Umsatzgarant Avastin werde ein Wachstum erwartet.

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