Aktie unter der Lupe
Experten zweifeln an Infineon

Infineon-Chef Ziebart hat den deutschen Chiphersteller aufgespalten und einen Teil separat an die Börse gebracht. Das Unterfangen verlief recht holprig. Und auch der verbliebe Konzern kommt bei Analysten nicht gut weg. Dabei gibt es durchaus Zeichen der Besserung.

MÜNCHEN. Als Wolfgang Ziebart am Abend des 8. August das schicke Restaurant Blue Fin am New Yorker Times Square betritt, wirkt er aufgeräumt, fast fröhlich. Der Chef des Münchener Chipherstellers Infineon kommt gerade von einer mehrstündigen Besprechung mit Wall-Street-Bankern. Am Ende der Sitzung steht fest: Infineon wird seine Speichersparte unter dem Kunstnamen Qimonda am nächsten Morgen aufs Parkett der New York Stock Exchange bringen.

Ziebart muss dabei ein Stein vom Herzen gefallen sein, denn bis zuletzt war unklar, ob sich genügend Käufer für die Aktien finden würden. Doch nun, da die Entscheidung gefallen ist, gibt sich Ziebart ausgesprochen entspannt.

Das hat seinen Grund, denn mit dem Börsengang kann der Manager endlich eine Strategie umsetzen, die er seit seinem Amtsantritt vor fast genau zwei Jahren im Kopf hat. Ziebart will den Konzern aufteilen in das vergleichsweise stabile Geschäft mit Logik-Chips, wie sie in Handys und Autos eingebaut werden, und die stark schwankende Speichersparte (Qimonda). So sollen aus einem wenig profitablen integrierten Chipkonzern zwei spezialisierte, gewinnträchtige Firmen entstehen.

Um dieses Konzept zu verwirklichen, nimmt Ziebart sogar einen erheblichen Preisabschlag in Kauf. Ursprünglich wollte er 16 bis 18 Dollar für eine Qimonda-Aktie haben. Tatsächlich zahlen die Investoren jedoch nur 13 Dollar. Zudem nehmen die Anleger nur rund etwa 14 Prozent der Anteile ab. Das alles ist für Ziebart an jenem Sommerabend in New York aber nur zweitrangig. Denn nun hat er die Voraussetzung geschaffen, sich über kurz oder lang ganz von dem Geschäft zu trennen. Und nur das zählt in diesem Moment.

In den nächsten Monaten, so das Kalkül des früheren Conti-Vorstands, wird die Konzernteilung nicht nur zu einem höheren Gewinn, sondern auch zu einem steigenden Aktienkurs führen. Das ist auch dringend nötig, denn die Infineon-Aktionäre haben schon lange nichts mehr zu lachen. Seit zwei Jahren pendelt der Kurs um die acht bis neun Euro. Vom Aufschwung an der Börse im vergangenen Jahr hatten die Investoren nichts, der Dax ließ Infineon meilenweit hinter sich.

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