Aktie unter der Lupe
Für France Télécom ist besseres Rating in Sicht

Für die Aktionäre von France Télécom (FT) und Orange ist der jüngste Coup der Franzosen kein Grund zur Freude. Die geplante Orange-Übernahme freut allerdings die Bondbesitzer der France Télécom.

cü FRANKFURT/M. Der französische Telekommunikationskonzern will seine Mobilfunksparte mittels Aktientausch wieder in den Konzern eingliedern. Das verwässert die FT-Aktien, und das Angebot für die Orange-Aktionäre ist nicht unbedingt großzügig.

Für die Besitzer der Anleihen von FT (Orange hat keine liquiden Bonds ausstehen) ist die Übernahme dagegen positiv. „Orange trägt etwa 40 % zum freien Cash-Flow des Konzernergebnisse bei“, schätzt Rick Deutsch, Leiter des Kreditresearchs bei BNP Paribas. Und die freien liquiden Mittel werde FT hauptsächlich für den weiteren Schuldenabbau nutzen.

Ende Juni hatte FT noch Schulden von 49,3 Mrd. €. Deutsch meint, dass der Konzern bis Ende des Jahres die Verbindlichkeiten auf rund 48 Mrd. € verringern wird. Dann wären die Schulden (Net Debt) noch dreimal höher als das operative Ergebnis (Ebitda). Das meint auch Stephan Haber, Analyst für Unternehmensanleihen bei der Hypo-Vereinsbank. Diese Kennzahl spreche dafür, dass Standard & Poor’s (S&P) das Rating auf BBB+ und damit um eine Stufe anheben werde. Laut S&P hat die Übernahme von Orange zwar keine direkten Auswirkungen auf das Rating, doch dessen Ausblick ist positiv.

Von Moody’s wird die Kreditwürdigkeit von FT mit der Note Baa3 bei stabilem Ausblick eingestuft und damit eine Stufe schlechter als bei S&P und der Ratingagentur Fitch. Der Markt nimmt die Bewertung von Moody’s jedoch nicht ernst, wie sich an den niedrigen Renditen bzw. Risikoaufschlägen zeigt.

Trotz der schon stark gestiegenen Kurse und damit gesunkenen Renditen empfehlen viele Analysten die FT-Bonds zum Kauf. Wegen der Rating-Phantasie sollten sie sich besser entwickeln als der Markt, heißt es. Die DZ Bank hält die 2009 fällige FT-Anleihe (s. Grafik) für besonders attraktiv, denn deren Kupon von 7 % verringert sich – im Gegensatz zu denen bei vielen anderen Bonds des Telekomkonzerns – bei einer Rating-Heraufstufung nicht.

Ein Risiko bleibt allerdings: Wenn der Markt für Unternehmensanleihen dreht und die Renditen auf breiter Front wieder steigen, dürften auch die Bonds von FT davon nicht verschont bleiben. Hypo-Vereinsbank-Experte Haber rechnet aber allenfalls mit kurzfristigen Korrekturen. „Auf Sicht von sechs bis neun Monaten werden die Risikoaufschläge der FT-Bonds sinken“, ist er sicher.

Die Analysten von Goldman Sachs glauben dagegen, dass sich die Bonds nur so gut oder schlecht wie der Gesamtmarkt entwickeln werden. Sie meinen, dass ein besseres Rating in den Bonds bereits eingepreist ist.

Quelle: Handelsblatt

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