Aktie unter der Lupe
Gerüchte treiben Kurs von Kingfisher

Übernahmegerüchte haben der Aktie von Kingfisher am Montag zeitweise einen Kursgewinn von mehr als fünf Prozent beschert. Analysten halten Übernahme des britischen Baumarktriesen durch Home Depot aber für unwahrscheinlich.

LONDON. Marktbeobachter vermuten schon länger, dass Kingfisher, mit den Baumarktketten B&Q (Großbritannien), Castorama (Frankreich) und einer Beteiligung am deutschen Heimwerkermarkt Hornbach Europas größter Baumarktbetreiber, vom US-Konkurrenten Home Depot aufgekauft werden könnte. Home Depot könnte damit seine Geschäfte auf Europa ausweiten.

Nach Zeitungsberichten über ein mögliches Übernahmeangebot von Home Depot stieg der Kingfisher-Kurs am Montag um mehr als 5 Prozent auf 296 Pence, ging allerdings im Tagesverlauf wieder leicht zurück. Simon Irwing, Analyst bei der Investmentbank BNP Paribas, rechnet jedoch nicht mit einer raschen Übernahme durch den amerikanischen Konkurrenten. Der US-Betreiber von Heimwerkermärkten werde in diesem Jahr stark wachsen und benötige daher keine Zukäufe in der nahen Zukunft, meint er.

Kingfisher ist scheinbar ein lohnendes Übernahmeziel: Die Briten haben wie die Konkurrenz vom Basteltrend in den vergangenen Jahrzehnten reichlich profitiert. Ein neuer Anstrich für die Gartenbank, der Wasserhahn in der Küche tropft oder die Tapete im Wohnzimmer blättert ab? Statt den Fachmann zu rufen, greifen Heimwerker lieber selbst zu Pinsel, Hammer oder Bohrmaschine. Die Kingfisher- Gruppe hat sich darum ganz auf diesen Markt konzentriert und ihre Drogerieläden ebenso verkauft wie die Woolworth-Kette und die Elektronikfachgeschäfte.

Die Konzentration zahlte sich aus: Kingfisher verzeichnete im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres, das am 1. Februar 2004 endet, einen Anstieg des Handelsgewinns um 21 Prozent auf 179 Mill. Pfund (254 Mill. Euro). Damit übertraf Kingfisher die Erwartungen von Analysten. Dennoch verlor die Aktie in der Folgezeit an Wert, denn für das vierte Quartal rechnet der Baumarktbetreiber mit einer Verlangsamung des Umsatzwachstums. Vor allem die britischen Heimwerker beginnen zu sparen und bereiten Kingfisher Sorge.

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