Aktie unter der Lupe
Heideldruck-Aktie setzt Talfahrt fort

Die Aktie der Heidelberger Druckmaschinen AG kennt seit Monaten nur eine Richtung: abwärts. Gut zwanzig Prozent Kursverlust hat das Papier seit einem kleinen Zwischenhoch im Februar erlitten.

FRANKFURT/ M. Auch die Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr, die das Unternehmen vor Kurzem veröffentlichte, konnten den Kursverfall nicht stoppen. Derzeit notiert die Aktie des Traditionsunternehmens mit 22 Euro auf dem schlechtesten Niveau seit Juni 2003.

Wie viel sich jetzt wieder mit der Aktie verdienen lässt, darüber gehen die Einschätzungen der Analysten auseinander. Aktuell setzen die Experten des Bankhauses Lampe mit 28 Euro auf Zwölfmonatsbasis das höchste Kursziel. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis habe sich den anderen deutschen Titeln aus dem Maschinen- und Anlagebau angepasst, heißt es. Allerdings erwarten die Lampe-Analysten aufgrund der weltweit führenden Marktstellung der Heidelberg eine überdurchschnittliche Rendite. Deshalb empfehlen sie den Titel zum Kauf.

Kurspotenzial sieht auch Jürgen Siebrecht, Analyst der West LB. Er gibt den fairen Wert mit 27 Euro an: „Wir erwarten einen konjunkturellen Aufschwung auch in der Werbeindustrie.“ Dieser wirke sich erfahrungsgemäß positiv auf die Druckbranche aus, sagt er.

Ebenso sei die Einigung von Vorstand und Betriebsrat auf ein Sparprogramm in der vergangenen Woche ein gutes Signal. Bis März 2008 brauchen die Heidelberg-Mitarbeiter nicht um ihre Arbeitsplätze fürchten. Gleichzeitig erhöhen sich ihre Arbeitszeiten um fünf Prozent ohne direkten finanziellen Ausgleich. Das Management erhofft sich bis 2008 Einsparungen in Höhe von 100 Mill. Euro. Ursprünglich hatte der Vorstand nach Gewerkschaftsangaben mit dem Abbau von 1 000 Arbeitsplätzen gedroht.

Der Kompromiss dürfte auch den Großaktionären entgegenkommen. Derzeit halten unter anderem die Allianz und die Commerzbank zwölf bzw. zehn Prozent der Anteile. In jüngster Vergangenheit haben sie ihre Beteiligungen an Industriebetrieben reduziert oder komplett verkauft. Eine Trennung von den Anteilen der Heidelberger Drucker sei deshalb eine realistische Option, so Tim Albrecht, Fondsmanager der DWS: „In diesem Fall erwarten wir auf dem aktuellen Bewertungsniveau jedoch nur vorübergehend Kursverluste.“

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