Aktie unter der Lupe
Microsoft überzeugt mit stabilen Gewinnen

Jahrzehntelang Rekordgewinne in zweistelliger Milliardenhöhe zu erwirtschaften, ohne den Aktionären eine Dividende auszuzahlen – das kann sich nur ein Marktgigant wie Microsoft erlauben. Um so erfreuter nahm der Aktienmarkt jüngste Presseberichte auf, wonach der weltgrößte Softwarekonzern über die Ausschüttung einer Rekorddividende in Höhe von insgesamt etwa 10 Mrd. $ nachdenkt. Folge: In nur zwei Handelstagen kletterte der Aktienkurs um rund sieben Prozent. Mit knapp 24 $ notiert er nur noch leicht unterhalb seiner Jahreshöchststände.

NEW YORK. Zudem gab der Konzern Pläne bekannt, wonach leitende Beschäftigte künftig mit Aktien statt mit Aktienoptionen entlohnt werden sollen. Im Zuge dessen wird das Unternehmen seine Gewinn- und Verlustrechnung um die Kosten für Aktienoptionen rückwirkend für die vergangenen drei Jahre korrigieren

Experten bewerten die neuen Ideen positiv: „Diese Umstellung wird Microsoft eine größere Disziplin bringen und den höheren Reifegrad des Unternehmens besser widerspiegeln“, sagt etwa Gibboney Huske von Credit Suisse First Boston (CSFB). „Möglicherweise bewirkt dieser Plan sogar, dass auch andere Unternehmen künftig über eine aktionärsfreundlichere Methode der Ausgleichszahlungen für Angestellte nachdenken.“ Auch Gene Munster von US Bancorp Piper Jaffray spricht von einer „eleganten und innovativen Alternative“. Er bewertet Microsoft zurzeit mit „outperform“ und teilt damit die positive Sichtweise vieler Experten: Von 34 Analystenstimmen, die die Nachrichtenagentur Bloomberg zurzeit auflistet, raten 29 zum Kauf und fünf zum Halten der Microsoft-Titel.

Analyst Brad Reback vom Finanzdienstleister CIBC World Markets sieht einen weiteren positiven Aspekt in der Umstellung auf Aktienoptionen: „Microsoft wird in Zukunft nicht mehr so aggressiv eigene Titel zurückkaufen müssen, um die Aktie unter Kontrolle zu halten. Dadurch sollte die Firmenleitung flexibler werden in der Frage, wie sie die Dividendenausschüttung gestaltet.“ Reback setzt sein Kursziel ebenso wie Munster auf 27 $, was im Vergleich zum aktuellen Niveau einen Zuwachs von mehr als zehn Prozent bedeuten würde.

Von den Unternehmensergebnissen, die der Softwarekonzern am Donnerstag veröffentlichen wird, erwarten die Analysten weiteren Auftrieb für den Aktienkurs. Merrill-Lynch-Experte Jason Maynard setzte Anfang des Monats sein Anlageurteil von „neutral“ auf „Kauf“ nach oben: „Der zahlenmäßig leicht gestiegene PC-Absatz ist ermutigend, ebenso wie die positive Rückmeldung zu den neuen Serverprodukten.“ Gleichzeitig erhöhte er sein Zwölfmonatskursziel: „Möglicherweise liegt das Quartalsergebnis über den Erwartungen, und vom aktuellen Niveau hat der Titel noch Aufwärtspotenzial.“ Von der Agentur Ibes befragte Experten rechnen im Durchschnitt mit einem Quartalsergebnis von etwa 24 Cent je Aktie.

Einige Risiken birgt der Titel dennoch. Analysten weisen darauf hin, dass die Microsoft-Aktie im ersten Halbjahr dem breiten Software- und Technologiemarkt deutlich hinterherhinkte und eine Reihe von Insidern in den vergangenen Monaten ihre Anteile abgestoßen habe. Doch im Vergleich zu den kurzfristigen Unternehmensaussichten seien diese Sorgen überbewertet, sagt etwa Jason Maynard: „Angesichts der Unsicherheit, wann und in welchem Umfang sich die Wirtschaft nun erholen wird, empfehlen wir den Anlegern Microsoft als ein Papier mit niedrigerem Risiko in einem leicht anziehenden Markt – und sind dafür bereit, zu Gunsten von Gewinnsicherheit ein potenzielles stärkeres Wachstum einzutauschen.“

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