Aktie unter der Lupe: Pfizer sucht den Anschluss

Aktie unter der Lupe
Pfizer sucht den Anschluss

Nach schlechten Nachrichten empfehlen Experten die Pharmaaktie als Wette auf bessere Zeiten.

MÜNCHEN. Man stelle sich vor, der TÜV würde es Volkswagen verbieten, einen Nachfolger für seinen Verkaufsschlager Golf zu bauen. Für den Aktienkurs des Unternehmens wäre dies gewiss verheerend. Ähnliches widerfuhr – in der Realität – Anfang Dezember dem weltgrößten Pharmahersteller Pfizer. Nach 82 ungeklärten Todesfällen in der Erprobungsphase musste das Unternehmen auf Druck einer unabhängigen US-Aufsichtsbehörde von heute auf morgen die Entwicklung seines Medikaments Torcetrapib einstellen. Der Cholesterinsenker war der große Hoffnungsträger Pfizers für die Zeit nach 2010, wenn der Patentschutz für den aktuellen Blockbuster Lipidor abläuft.

Binnen Minuten schrumpfte der Börsenwert des Unternehmens um über 30 Mrd. Dollar oder 17 Prozent. Seitdem hat sich der Kurs etwas erholt. Geht es nach der Mehrzahl der Analysten, wird die Aktie aber in der näheren Zukunft nicht frühere Höhen erklimmen und empfiehlt sich eher als spekulativer Kauf. Das Papier notiert aktuell fast 50 Prozent unter seinem Höchststand vom Juli 2000. Von 22 Analystenhäusern empfehlen nur mehr sieben, den Wert zu kaufen. Die Aussichten für die Zeit ab 2011 seien „massiv in Frage gestellt“, urteilen die Analysten von Morgan Stanley und geben 24 Dollar als Kursziel aus.

Unternehmenschef Jeffrey B. Kindler gab erst kürzlich bekannt, dass sich der Umsatz in den kommenden zwei Jahren nur auf dem Niveau des laufenden Geschäftsjahres bewegen wird. Die Analysten von Lehman Brothers halten gar stagnierende Umsätze in den nächsten sieben Jahren für möglich.Einer der Hauptgründe ist die Konkurrenz von Nachahmerprodukten (Generika). Diese werden nach Patentablauf der Originale in Zeiten weltweit sinkender Gesundheitsbudgets vermehrt verschrieben. Gleichzeitig brachte Pfizer in den vergangenen Jahren keine neuen Mega-Seller auf den Markt.Hauptsächlich über Sparmaßnahmen soll es Pfizer dennoch ab 2007 auf ein jährliches Gewinnwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich bringen.

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