Aktie unter der Lupe: Satellitenbauer OHB
Neuer Treibstoff für die Raumfahrtaktie

Das Entsetzen bei OHB Technology war groß. Zunehmend zuversichtlich zeigte sich das Management des Raumfahrtunternehmens in den vergangenen Wochen, sich einen Milliarden-Auftrag der Bundeswehr zu angeln.

DÜSSELDORF. Mindestens zwei Kommunikationssatelliten wollte die Armee kaufen, inklusive Bodenstation. Doch auf den letzten Metern setzte sich der große Konkurrent EADS durch und verhandelt jetzt exklusiv mit dem Verteidigungsministerium.

Die Aktie reagierte prompt. Um 14 Prozent brach das OHB-Papier spontan ein, in der Folge ging es weiter bergab bis auf 6,80 Euro. Doch Analysten reagieren gelassen. „Das ist keine Katastrophe für das Unternehmen“, sagt Wolfgang Specht von der DZ Bank. „Der Absturz ist eindeutig überzogen.“ Vorsorglich hat er seine Einschätzung für den fairen Wert der Aktie zwar von zehn auf acht Euro zurückgenommen. Doch weiteres Rückschlagpotenzial sieht kaum ein Beobachter.

Nicolas von Stackelberg, Analyst bei Sal. Oppenheim verdeutlicht das mit einer simplen Rechnung. „Das Gesamtprojekt wäre mit einem Volumen von rund einer Mrd. Euro ohnehin zu groß für den Mittelständler gewesen“, so von Stackelberg, „OHB hätte viele Subsysteme einkaufen müssen, so dass nur etwa vier Prozent der Wertschöpfung im Unternehmen geblieben wäre.“ Und das ist deutlich weniger als der Betrag, um den der Kursverfall die Marktkapitalisierung verringert hat. „Das zeigt, dass bei der Kursentwicklung das Schlimmste überwunden ist“, so sein Fazit.

Denn die Story des Satellitenbauers ist weiterhin intakt. Und die ist so kurios wie erfolgreich. Beim Börsengang am Neuen Markt im Jahr 2001 hatte OHB-Chef Marco Fuchs seine Hoffnungen eher auf den jungen Telematikbereich gesetzt. Der traditionelle Satellitenbau des Familienunternehmens schien angesichts der Internet-Euphorie nur noch Ballast. Doch es kam genau umgekehrt. Rund 90 Prozent zum Umsatz trägt heute die Raumfahrt bei. Und das Orderbuch ist weiter gut gefüllt: Es beträgt 80 Prozent des letztjährigen Umsatzvolumens. Der Jahresüberschuss stieg 2004 um 34 Prozent auf 6,1 Mill. Euro. Bonbon für die Aktionäre: Für das abgelaufene Geschäftsjahr soll erstmals eine Dividende von 0,12 Euro ausgeschüttet werden, auch für das laufende Jahr ist eine Ausschüttung geplant.

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