Aktie unter der Lupe: Shoprite
Händler für ganz Afrika

Niemand kann Whitey Basson, dem Chef der südafrikanischen Supermarktkette Shoprite, fehlenden Mut vorwerfen. Als die meisten Einzelhändler am Kap vor einer Expansion in das Innere von Afrika zurückschreckten und statt dessen Filialen im Nahen Osten und Australien öffneten, zog Basson voller Zuversicht über den Limpopofluss, der die nördliche Grenze Südafrikas bildet. Inzwischen hat der von ihm geführte Konzern über 70 Supermärkte in 16 Ländern jenseits der Heimat. Mittelfristig sollen die Läden außerhalb Südafrikas rund die Hälfte zum Umsatz beisteuern.

KAPSTADT. Shoprites Expansion zum zweitgrößten Einzelhändler in Afrika ist umso erstaunlicher, als die Kette noch vor 20 Jahren wenig mehr als ein paar schmuddelige Läden in Kapstadt besaß. Seit dem Börsengang im Jahr 1986 ist der Marktwert jedoch von 130 Mill. auf über zehn Mrd. Rand (1,3 Mrd. Euro) geschnellt. Auch schaut das Unternehmen inzwischen gen Osten. Ende letzten Jahres öffnete in Bombay der erste Shoprite-Supermarkt in Indien seine Türen.

Im Gegensatz zu direkten Rivalen wie Woolworth und Pick ’n Pay nimmt Shoprite vor allem Kunden mit niedrigem oder mittlerem Einkommen ins Visier, die offenbar über mehr Einkommen verfügen als lange geglaubt. Ein Beispiel dafür sind die sieben Läden von Shoprite im relativ armen Madagaskar, die sich unerwartet gut entwickelt haben.

Gleichwohl birgt die Expansion Risiken: Analysten fürchten, dass sich Shoprite durch die stete Eröffnung neuer Läden am Ende verzettelt. Auch hat der Konzern oft völlig unterschiedliche Regeln bei Fragen des Steuer- und Arbeitsrechts, aber auch bei Importbestimmungen zu beachten. Rückschläge gehören deshalb zum Geschäft: So hat Shoprite vor kurzem rund 50 Mill. Rand seiner afrikanischen Vermögenswerte abschreiben müssen.

Probleme bereitet auch die Einfuhr südafrikanische Waren in andere Länder des Kontinents. Grund ist der sehr starke Rand. Überhaupt bereiten Afrikas Währungen dem Konzern stetes Kopfweh: So fielen die Profite in Madagaskar, als dort im vergangenen Jahr die Währung abstürzte. Inzwischen kommen 60 Prozent der dort verkauften Produkte von lokalen Zulieferern.

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