Aktie unter Druck
Henkel im Sog von Wettbewerber L’Oréal

Henkel hält heute die rote Laterne im Dax. Der Grund sind enttäuschende Nachrichten von Konkurrent L’Oréal. Analysten hatten Henkel zuletzt empfohlen. Warum der Kursrücksetzer eine Einstiegschance sein könnte.
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DüsseldorfKonsumtitel laufen heute nicht gut. Mit Abschlägen von bis zu zwei Prozent finden sich die Aktien von Henkel am Dax-Ende wieder, auch Konkurrent Beiersdorf muss Federn lassen. Börsianer begründeten das Kursminus mit dem überraschend schwachen Umsatzwachstum des französischen Wettbewerbers L'Oréal  im zweiten Quartal. Für die kommenden Monate habe der L'Oréal-Chef auch lediglich angekündigt, dass das Wachstum über Marktniveau liegen werde und ansonsten keinen konkreten Jahresausblick gegeben. Das hören Börsianer nicht gerne.

Die enttäuschenden Nachrichten des Wettbewerbers belasten auch den Düsseldorfer Persil-Konzern. Die Aktie notiert bei 47,20 Euro. In der vergangenen Woche hatte der Titel ein 52-Wochen-Hoch von 50,15 Euro erreicht, seither ging es – im Sog des Gesamtmarktes – etwas abwärts.

Analysten trauen der Aktie noch einiges zu: Sieben von neun der in den vergangenen vier Wochen vom Finanzinformationsdienst Bloomberg befragten Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf.

Gerade erst hat die japanische Investmentbank Nomura ihre Kaufempfehlung bestätigt und das Kursziel für Henkel-Vorzugsaktien von 50,50 auf 55,00 Euro angehoben. Der Konsumgüterkonzern habe nach wie vor großes Umsatz- und Margenpotenzial, schrieb Analyst Guillaume Delmas in einer Studie vom Dienstag. In den kommenden zwölf Monaten rechne er mit einer großen Akquisition in Nordamerika, die ähnlich erfolgreich sein sollte wie die Übernahme von National Starch. Wegen der kurzfristig schwächeren Geschäftsperspektiven und der zuletzt guten Kursentwicklung sollte mit einem Kauf der Aktien allerdings bis nach den Ergebnissen zum zweiten Quartal gewartet werden. Das neue Kursziel resultiere aus seinen gestiegenen mittelfristigen Erwartungen.

Positive Kommentare kamen in den vergangenen Tagen unter anderem auch von Sanford C. Bernstein, Bankhaus Metzler und Silvia Quandt. Die Kursziele lagen zwischen 53,50 und 56 Euro. Zwei Analysten empfahlen die Henkel-Aktie laut Bloomberg zuletzt allerdings zum Verkauf. Zuletzt senkte die Hamburger Sparkasse Mitte Juni den Daumen.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15,5 ist die Aktie im Vergleich zur Konkurrenz relativ günstig. L’Oréal kommt auf einen KGV von etwas über 20, der Nivea-Konzern Beiersdorf sogar auf 25,5. Bei der Dividendenrendite liegen Henkel und Beiersdorf mit 1,6 Prozent gleichauf. L’Oréal hat eine Dividendenrendite von 2,16 Euro.

 

Jessica Schwarzer
Jessica Schwarzer
Handelsblatt / Chefkorrespondentin Börse
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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