Aktie unter Lupe
Verizon schmort in der Warteschleife

HOUSTON. 2005 war kein gutes Jahr für den US-Telefonriesen Verizon, und auch die kommenden Quartale sehen nicht gerade rosig aus. Erst vor wenigen Tagen erklärte die Ratingagentur Standard & Poor’s, die traditionellen Telefongesellschaften würden auch in Zukunft Scharen von Kunden an Kabelbetreiber und Internet-Dienstleister verlieren, die günstige Tarife anbieten.

Tatsächlich ist die Telekombranche in den USA heiß umkämpft. Ähnlich wie in Deutschland herrschte auch in den USA lange Zeit ein staatliches Telefonmonopol, und seit dessen Ende vor rund 20 Jahren streiten sich lokale Gesellschaften und eine Hand voll überregionaler Schwergewichte um die Vorherrschaft am Markt. Um dabei weiterhin mithalten zu können, kündigte Verizon Ende 2005 die Übernahme des Konkurrenten MCI für 8,4 Mrd. Dollar an – was den Aktienkurs allerdings erst einmal zusätzlich unter Druck brachte, weil Verizon bereits vorher mit knapp 30 Mrd. Dollar in der Kreide stand.

Dabei laufen bei dem New Yorker Unternehmen zurzeit eine ganze Reihe von Umbauarbeiten, mit denen es sich selbst aus dem Sumpf ziehen will: Durch ein verbessertes Fernseh- und Internetangebot, die Hochrüstung des Kupfer-Telefonnetzes auf Glasfaserkabel und eine Kürzung der Rentenansprüche will Verizon in den kommenden Jahren konkurrenzfähig bleiben. Seit Januar haben neu eingestellte Manager keinen Anspruch mehr auf Altersrente, und auch bereits Beschäftigte verlieren ab dem Sommer große Teile ihrer bisherigen Bezüge.

Diese Entscheidung sorgt bei den Analysten für Beifall: „Aus einer Investmentperspektive bewerten wir diesen Schritt ausgesprochen positiv, weil Verizon sich damit auf die Kürzung langfristiger reeller Kosten konzentriert“, sagt David Barden von der Bank of America. „Die Geschäftsführung bestätigt ihr Bekenntnis zur Verbesserung des Unternehmenswertes für die Anleger.“ Etwa drei Mrd. Dollar sollen so in zehn Jahren eingespart werden.

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