Aktie: Wilde Gerüchte um Commerzbank

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Wilde Gerüchte um Commerzbank

Die Commerzbank macht Aktionären wenig Freude. Seit Wochen reißen die Spekulationen über die Zukunft der Bank und Konzernchef Blessing nicht ab. Wilde Gerüchte bewegen den Kurs. Sogar der Name Ackermann fällt.

Frankfurt/MainDer Alptraum für Commerzbank-Aktionäre will einfach nicht enden. Kaum ein Tag vergeht, an dem das Papier an der Börse nicht auf einen neuen Tiefststand fällt. Dabei hatten viele Anleger gehofft, nach der letzten Kapitalerhöhung Ende Mai gehe es endlich wieder aufwärts. Heute legte die Commerzbank-Aktie drei Prozent zu und setzte sich sogar an die Dax-Spitze.

Es gab endlich mal eine gute Nachricht: Die Commerzbank meldete den Verkauf ihres milliardenschweren Hypotheken-Portfolios in Großbritannien. Den Zuschlag für das Paket im Volumen von fünf Milliarden Euro erhielten die US-Großbank Wells Fargo und der Finanzinvestor Lone Star. Die Bestände lagerten zuletzt in der konzerninternen "Bad Bank", die beim Abbau der Altlasten nun schneller vorankommt als gedacht.

Ansonsten bewegen vor allem wilde Gerüchte den Kurs. Das neueste: Nach der Bundestagswahl werde Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann geholt, um die Commerzbank in bessere Zeiten zu führen, schreibt die Nachrichtenagentur dpa-afx. Das erscheint allerdings sehr abwegig.

Schon wahrscheinlicher ist, dass der Bund aus dem Dax-Konzern aussteigen will. Einem „Focus“-Bericht zufolge wirbt die Bundesregierung etwa bei der Schweizer UBS für einen Einstieg bei der Commerzbank. Beim Bundesfinanzministerium hieß es dazu: „Es war stets das Ziel der Bundesregierung, die im Zuge der Finanzmarktkrise gewährten Stabilisierungsmaßnahmen so eng wie möglich zeitlich zu begrenzen.“ Wann der Rettungsfonds Soffin die restlichen Anteile verkaufe, sei aber nicht absehbar, sagte eine Ministeriumssprecherin am Montag.

Aktuell wären die restlichen gut 17 Prozent Staatsanteil - das Pfand für die Rettungsmilliarden aus den Jahren 2008/2009 - nur mit Milliardenverlust zu veräußern. Kein gutes Thema für den Wahlkampf. Allein seit Jahresbeginn 2013 büßte die Commerzbank-Aktie fast die Hälfte ihres Wertes ein. Geht der Absturz weiter, droht gar der Abstieg des zweitgrößten deutschen Geldhauses aus dem deutschen Leitindex.

Mancher sieht die Deutsche Bank als Retter in der Not, spekuliert wurde wurde auch über eine Integration der Commerzbank in das Genossenschaftslager. „Wir sind nicht angesprochen worden, und es gibt auch keine konkreten Pläne“, beteuerte der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Uwe Fröhlich. „Wir freuen uns aber immer, eine vernünftige Alternative für Kunden der Commerzbank auf der Privatkunden- oder Firmenkundenseite zu sein.“

Angesichts des Kurssturzes in den vergangenen Wochen sah sich Finanzvorstand Stephan Engels kürzlich zu einer Stellungnahme gezwungen. Die Entwicklung an der Börse sei „fundamental in keinster Weise“ gerechtfertigt, erklärte der Manager im Intranet der Bank: Der Umbau der Bank greife, es gebe „richtig gute Fortschritte“.

Es gelingt der Commerzbank dennoch nicht, den Abwärtstrend zu stoppen. Seit dem Amtsantritt von Konzernchef Martin Blessing Mitte Mai 2008 verlor das Papier über 95 Prozent an Wert - so viel wie kein anderer Banktitel im europäischen Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks.

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