Aktiemärkte sind zu nervös
Deutschland bei Börsengängen abgeschlagen

Der deutsche Markt für Börsengänge hat mit der Absage von ATU einen weiteren Rückschlag erlitten. Mit nur zwei Neuemissionen in diesem Jahr gehört Deutschlands Börsenparkett zu den Schlusslichtern in Europa.

HB FRANKFURT. Experten wollen dies jedoch nicht an einer mangelnden Attraktivität des Finanzplatzes Deutschland insgesamt festmachen, vielmehr führen sie die Absagen auf die gegenwärtig nervösen Aktienmärkte zurück.

„Es wäre zu kurz gegriffen, die jüngsten Verschiebungen von Börsengängen auf die Verfassung des Finanzplatzes in Deutschland zurückzuführen. Das ist nicht allein ein deutsches Phänomen“, sagte Eberhard Dilger, Leiter Aktienemissionsgeschäft bei der Commerzbank, am Donnerstag.

„Der Finanzplatz Frankfurt ist definitiv nicht mit einem Makel behaftet. Er besitzt auch nach Abschaffung des Neuen Marktes eine geeignete Plattform für Neuemissionen.“ Investoren verlangen derzeit angesichts der nervösen Aktienmärkte hohe Risikoabschläge auf den Emissionspreis. Dies macht auch die Unternehmen selbst zurückhaltend. Fondsmanagerin Gabriele Schernikau von Lupus Alpha, wies darauf hin, dass „auch an anderen Finanzplätzen in Europa Börsenkandidaten Abschläge auf ihre Emissionspreisvorstellungen hinnehmen müssen“.

Europaweit wagten nach einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers im ersten Quartal dieses Jahres 56 Unternehmen den Gang an den Kapitalmarkt. Damit war die Zahl der Börsengänge nahezu vier Mal so hoch wie in den ersten drei Monaten 2003. Den größten IPO mit einem Volumen von 3,3 Milliarden Euro schaffte das belgische Telekommunikationsunternehmen Belgacom Ende März an der Vier-Länder-Börse Euronext. Die meisten Börsengänge verzeichnete die Londoner Börse, gefolgt von Euronext und der Börse in Warschau. Nach den IPO-Absagen der Halbleiterfirmen X-Fab und Siltronic im März konnte der deutsche Markt in den ersten drei Monaten keinen einzigen Börsengang bekannt geben.

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