Aktien
BHF Bank: Aktien auch 2008 attraktiver als Renten

Der weltweiten Kreditkrise zum Trotz bleiben Aktien nach Einschätzung von Finanzexperten der BHF Bank mittelfristig attraktiver als Renten.

dpa-afx FRANKFURT. Der weltweiten Kreditkrise zum Trotz bleiben Aktien nach Einschätzung von Finanzexperten der BHF Bank mittelfristig attraktiver als Renten. "Nach fünf Jahren Hausse ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht", sagte Aktienstratege Roland Ziegler am Montag bei einer Pressekonferenz in Frankfurt.

Für den deutschen Leitindex Dax geht er bis Ende dieses Jahres von einem Gesamtanstieg um 20 Prozent aus, womit sich das Börsenbarometer wieder der 8 000-Punkte-Marke nähern würde. Dann dürften aber zunächst wieder kurzfristig Gewinnmitnahmen einsetzen. Bis Ende des kommenden Jahres rechnet Ziegler indes mit einem weiteren Wachstum um zwölf Prozent auf dann 8 700 Punkte. Die Nebenwerte seien hingegen deutlich risikobehafteter.

Die Subprime-Krise habe zwar eine mittlerweile kräftige Korrekturbewegung eingeleitet, "die wichtigsten Rahmenbedingungen sprechen jedoch für weiter steigende Kurse im Jahresverlauf 2008", begründete der Experte seine Einschätzung. Vor allem ein weiterhin hohes Wachstum der Weltwirtschaft und eine attraktive Gewinnrendite sollten die Aktienmarktentwicklung begünstigen. Dabei zähle der deutsche Kassamarkt unverändert zu den Favoriten der BHF Bank.

Vor allem die deutschen Unternehmen verfügten über hohe Barmittelbestände, die weiter in Aktienrückkäufe, hohe Dividenden und auch in strategische Zukäufe und Fusionen (M & A) gesteckt würden. Auffällig sei zudem die zunehmende Aktivität von staatlich kontrollierten Fonds (Sovereign Wealth Funds) an den Aktienmärkten, die weitere positive Impulse geben dürften. Wegen der wieder gesunkenen Bewertung sei auch der japanische Aktienmarkt wieder interessant.

Risiken für die Aktienmärkte sieht Ziegler besonders in der "massiven Schwäche des Dollar", der kurz vor dem Sprung über die Marke von 1,50 Euro steht. "Der Dollar ist der Transmissionsmechanismus, über den sich die Kreditkrise über die Welt verteilt", sagte Investment-Stratege Kai Franke. "Wir rechnen jedoch damit, dass der Prozess der kontrollierten Abwertung intakt bleibt", ergänzte Ziegler. Weitere Tiefstände bis auf 1,55 Euro würden dabei bereits in den kommenden Wochen erwartet.

Die BHF Bank hat derzeit eigenen Angaben zufolge eine neutrale Aktienquote von 50 Prozent in ihrem Modell-Portfolio und sieht neue Einstiegskurse vor allem im kommenden Frühjahr, wenn sie die Quote auf "leicht übergewichten" (50,9 Prozent) erhöhen will. Zugleich plant sie eine Anleihenquote von 27,7 Prozent und eine Liquiditätsbeimischung von 21,4 Prozent.

Aus Branchensicht stünden die Rohstoffwerte ganz oben auf der Kaufliste, hieß es weiter. Auch die sentimentgetriebenen Aktien von Reiseunternehmen wie Tui dürften zumindest in den kommenden fünf bis sechs Monaten zu den Gewinnern zählen. Ebenfalls aussichtsreiche Sektoren seien Öl & Gas (4,6 Prozent), Versorger (3,2 Prozent), Industrielle Grundstoffe (3,4 Prozent), Industrie (6,7 Prozent), Dienstleister (3 Prozent), Konsumgüter (3 Prozent), Gesundheit (3,7 Prozent), Finanzwerte (13,2 Prozent), Technologie (4,4 Prozent) und Telekommunikation (5,7 Prozent). Als Einzelwerte seien besonders Goldman Sachs , BG Group , MAN , Telefonica , Tomtom , Electricite de France (EdF) und Rio Tinto hervorzuheben.

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