Aktien: DB Advisors erwartet positives Aktienjahr

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DB Advisors erwartet positives Aktienjahr

Der Vermögensverwalter der Deutschen Bank für institutionelle Kunden rechnet mit einem positiven Aktienjahr 2009.

dpa-afx FRANKFURT. Der Vermögensverwalter der Deutschen Bank für institutionelle Kunden rechnet mit einem positiven Aktienjahr 2009. "Allerdings dürfte die Schwankungsanfälligkeit hoch bleiben und ob wir per Jahresende ein Kursplus von zehn Prozent erreichen, ist eher fraglich", sagte Georg Schuh, Chief Investment Officer von DB Advisors am Dienstag in Frankfurt.

Er rät institutionellen Anlegern, zur Jahresmitte "lieber etwas zu früh als zu spät wieder signifikant in Aktien zu investieren". Bis dann müssten die meisten Zwangsliquidierungen von Hedge-Fonds vorbei sein und die Zinssenkungen der Notenbanken sowie der gesunkene Ölpreis sollten sich am Markt ebenfalls positiv bemerkbar machen. Inwieweit dann aber "der zu erwartende Anstieg der Kapitalmarktzinsen wiederum die konjunkturellen Aussichten eintrüben könnte, ist momentan noch nicht abzusehen", gibt sich der Experte vorsichtig.

Rohstoffpreise DÜRften Bald Wieder Anspringen

Derzeit seien institutionelle Investoren noch größtenteils in verzinslichen Vermögenswerten investiert. Mittelfristig empfiehlt Schuh eine Verschiebung von Vermögen sowohl in reale Werte wie Öl, weitere Rohstoffe und Immobilien als auch in Aktien. Die Energienachfrage insbesondere aus den Schwellenländern sei ungeachtet der seit Mitte 2008 abgestürzten Ölnotierungen intakt. Daher dürften die Preise für diesen Rohstoff "recht bald" wieder anspringen. Bei Industriemetallen müssten die Anleger dagegen etwas mehr Geduld aufbringen.

Notwendige weitere Prognosesenkungen für die Unternehmensgewinne sieht der Experte an den Aktienbörsen schon weitgehend eingepreist. Aktien hätten sich zwar in den vergangenen zehn Jahren schwächer entwickelt als Rentenanlagen, in längeren Zeiträumen sei dies aber umgekehrt. Die Anteilsscheine von gut finanzierten Unternehmen mit einer soliden Bilanzstruktur und tragfähigen Geschäftsmodellen seien aktuell historisch niedrig bewertet, so dass sich hier eine Beteiligung "wieder auszahlen sollte". Die Bedeutung von Banken in Aktienindizes werde abnehmen, da einige Finanzunternehmen wegen Staatsbeteiligungen hier herausfallen dürften.

Erste Wahl FÜR Anleger Auch AusgewÄHlte Unternehmensanleihen

Erste Wahl für Anleger sollten nach Einschätzung von Schuh auch ausgewählte Unternehmensanleihen mit guter Bonität sein. Unter Risikoertragserwartungen sei diese Anlageklasse "äußerst attraktiv", da europäische Titel mittlerweile auf Fünfjahressicht einen jährlichen Ausfall von sechs Prozent einpreisten, was im Vergleich zu historischen Werten hoch erscheine. Derzeit erzielten Investoren eine Rendite von 6,5 Prozent und hätten die Chance auf zusätzliche Kursgewinne, wenn der Zinsabstand zu Staatsanleihen sich verringere. Dass viele institutionelle Investoren diese Chance erkannt haben, zeige die Emission von Unternehmensanleihen über 17 Mrd. Euro bereits in den ersten zwei Januarwochen.

Die Renditen für festverzinsliche Wertpapiere der öffentlichen Hand böten dagegen "keinen Sicherheitspuffer mehr, sollte die Wirtschaft wider Erwarten schon 2009 Erholungsanzeichen zeigen". Eine solche Entwicklung hält Schuh für nicht ausgeschlossen. Er räumt zwar ein, dass "das Momentum des wirtschaftlichen Abschwungs in den letzten Wochen und Monaten von bisher unbekanntem Ausmaß" sei. Doch bleibe oft außer Acht, dass die Weltwirtschaft bis Juli 2008 ebenfalls außerordentlich schnell gewachsen sei und die Inflation rasant angetrieben habe. Sobald die US-Notenbank keine Hypothekenpapiere und Staatsanleihen mehr aufkaufe, drohe ein deutlicher Anstieg der Kapitalmarktrenditen. "Darüber hinaus könnte die unkontrollierte Verschuldung des US-Staates die internationalen Anleger dazu veranlassen, eine höhere Risikoprämie - sprich höhere Verzinsung - zu fordern." Eine zunehmende Inflation könnte dann "ein weiterer Auslöser für das Platzen der Blase am Staatsanleihe-Markt sein", warnte der DB-Advisors-Experte.

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