Aktien des Jahres
BVB-Aktie – nur für Fans und Zocker

Die jungen Borussen von Trainer Jürgen Klopp erlebten in der Hinrunde einen Höhenflug - und mit ihnen auch die Anteilsscheine des Vereins. Wirtschaftlich läuft es bei den Westfalen allerdings noch nicht rund und Privatanleger sollten die Aktie meiden.
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DÜSSELDORF. Wer Sportwetten liebt, wird an Borussia Dortmund im Moment wenig Freude haben. Magere 30 Prozent über Einsatz wollen Buchmacher noch für siegreiche Wetten ausbezahlen, falls der unangefochtene Tabellenführer im Mai Deutscher Fußballmeister werden sollte.

Für Zocker deutlich spannender sind da die Aktien von Borussia Dortmund, deren Wert sich zwischen September und November mehr als verdreifacht hat - und dann nach dem bitteren Europa-League-Aus gegen Sevilla in der vergangenen Woche um fast ein Drittel eingebrochen ist. Die Niederlage des Herbstmeisters am Samstag in Frankfurt brachte das Papier weiter unter Druck. Am Nachmittag wurde es mit knapp 2,30 Euro gehandelt. Damit ist die Aktie weit entfernt von ihrem Jahreshoch, das bei 3,69 Euro gelegen hatte. Sie kostet aber noch immer deutlich mehr als vor Beginn der Rally, als sie über Monate bei gerade einmal einem Euro vor sich hindümpelte.

Mit ihrem extrem erfolgreichen "Erlebnisfußball" verzauberte die junge Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp in der Hinrunde nicht nur die Fans, sondern beflügelte auch die Fantasie vieler Anleger. Vor allem die Aussicht auf die finanziell lukrative Champions-League trieb den Kurs der einzigen deutschen Fußball-Aktie in die Höhe. Würde sich Dortmund direkt für die Gruppenphase qualifizieren, könnte der Club im kommenden Jahr mit Mehreinnahmen in Höhe von rund 20 Millionen Euro rechnen. Weiteres Geld könnte der Transfer von Spielern in die Kasse spülen. Für Talente wie Kevin Großkreutz, Mario Götze oder Lucas Barrios würden europäische Top-Clubs Millionen hinblättern.

Zusätzliche Einnahmen könnte der BVB gut gebrauchen, denn wirtschaftlich läuft es bei den Westfalen noch immer nicht rund. Zwar konnte der Verein, der 2005 kurz vor der Insolvenz gestanden hatte, in den vergangenen fünf Jahren Verbindlichkeiten in Höhe von 125 Millionen Euro abbauen. Das abgelaufene Geschäftsjahr aber beendete der Club überraschend mit einem Verlust in Höhe von 2,8 Millionen Euro. Hohe Abschreibungen auf das Stadion, das nach einem zwischenzeitlichen Verkauf an einen Investor wieder der Borussia gehört, belasteten das Ergebnis. Noch zehn bis 15 Jahre soll es dauern, bis die Schwarz-Gelben wieder komplett schuldenfrei sind.

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