Aktien des Jahres
Sky – Die Hoffnung stirbt zuletzt

Beim Bezahlsender Sky wetten Anleger auf eine Wende. Seit Oktober hat sich der Kurs bereits mehr als verdoppelt. Woher dieser Optimismus kommt, bleibt jedoch ein Rätsel. Die meisten Analysten sehen das Papier des angeschlagenen Pay-TV-Senders skeptisch.
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DÜSSELDORF. Die Aktie des Bezahlsenders Sky Deutschland hat zuletzt eine erstaunliche Entwicklung hingelegt: Von 80 Cent stieg sie seit Oktober in der Spitze auf 1,91 Euro. Die Jahresbilanz von Sky an der Börse liest sich damit aber nur etwas freundlicher. Unter dem Strich steht immer noch ein Minus von knapp 30 Prozent.

Woher der plötzliche Optimismus kommt, ist für viele Beobachter ein Rätsel. Denn das Börsenjahr brachte für Sky-Aktionäre fast nur Hiobsbotschaften. Der Sender schreibt nach wie vor hohe Verluste, für 2010 rechnen Analysten mit einem Nettoverlust von 350 Millionen Euro. Im Sommer brachte Sky die siebte Kapitalerhöhung seit dem Börsengang im Jahr 2005 auf den Weg. Der Konzern benötigt 340 Millionen Euro, die er in das Programm investieren will. Doch Sky blieb auf den neuen Aktien sitzen, den Großteil wird nun Rupert Murdoch übernehmen, der damit fast 50 Prozent an Sky halten wird.

Zudem droht dem Unternehmen Ärger von der deutschen Finanzaufsicht: Die BaFin kam nach intensiver Untersuchung zu dem Ergebnis, dass Sky beziehungsweise das Vorgängerunternehmen Premiere in den Bilanzen der Jahre 2007 und 2008 unter anderem Abonnentenzahlen und Firmenwert zu hoch ausgewiesen habe. Jetzt muss der Sender Strafzahlungen fürchten.

Die einzige positive Überraschung lieferte Sky mit den Zahlen für das dritte Quartal: Von Juni bis September fiel der Verlust mit 89,3 Millionen Euro geringer aus als befürchtet. Außerdem gewann der Konzern 45000 neue Abonnenten, die mit 29,45 Euro im Schnitt monatlich auch fast vier Euro mehr bezahlten als noch ein Jahr zuvor.

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