Aktien des Tages
Goldman schiebt Stahlaktien an

Die Aktien von Stahlherstellern gehören heute zu den großen Gewinnern. Nach einer positiven Studie von Goldman Sachs legen die Kurse deutlich zu. Die Nachfrage nach Stahl werde bald wieder deutlich anziehen, sagen die Analysten. Die Hoffnung hat einen Namen: China.
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HB FRANKFURT. Aktien von Stahlherstellern haben am Dienstag deutlich zugelegt. Der Kurs von ThyssenKrupp stieg um 2,7 Prozent auf 24,83 Euro, die Papiere des Stahlhändlers Klöckner & Co verteuerten sich um 1,6 Prozent auf 18,75 Euro. Salzgitter gewann 1,2 Prozent auf 70,37 Euro hinzu, nachdem sie bereits am Montag um 3,2 Prozent geklettert waren.

Händler begründeten die Aufschläge bei den Stahlwerten mit einer Hochstufung der Aktien von Kobe Steel und Nippon Steel , die auch auf die europäischen Branchentitel ausstrahle. Goldman Sachs hatte das Votum für die Papiere der japanischen Stahlhersteller von "Neutral" auf "Buy" erhöht und auch die Kursziele von 190 beziehungsweise 410 auf 290 beziehungsweise 500 Yen angehoben.

Die Analysten der US-Bank zeigten sich mit Blick auf die Entwicklung der Stahlwerte in Asien und insbesondere Japan sehr optimistisch. So dürfte die asiatische Stahlnachfrage im kommenden Jahr positiv überraschen, schrieben die Experten. Zur Begründung hieß es, dass die dortigen Volkswirtschaften mehr Stahl als zuvor für ihre Produktion einsetzten.

Auch der internationale Branchenverband World Steel Association geht davon aus, dass die Nachfrage in diesem Jahr eine Talsohle erreicht hat und 2010 wieder um 9,2 Prozent anziehen wird. Im April hatte die Vereinigung noch mit einem Einbruch von 14 Prozent gerechnet. Treiber der positiven Entwicklung ist ausschließlich China. Befeuert vom staatlichen Konjunkturprogramm, ist die Nachfrage nach dem Werkstoff massiv angezogen. Das Land weitet damit seine Position als weltgrößter Stahlproduzent noch aus. Mit einer Produktion von erwarteten 526 Mio. Tonnen wird China in diesem Jahr erneut einen Rekordwert ausweisen. Zum Vergleich: Europas Hütten werden im laufenden Jahr rund 122 Mio. Tonnen Stahl ausstoßen - ein Rückgang um ein Drittel. Deutschlands Produktion soll von 41 Mio. auf 29 Mio. Tonnen fallen. Viele Konzerne wie Thyssen-Krupp und Salzgitter legten Hochöfen vorübergehend still, nachdem die Kunden aus der Fahrzeug- und Maschinenbauindustrie ihre Bestellungen eingedampft hatten.

Die Goldman-Sachs-Analysten erwarten, dass die Stahlnachfrage bald wieder ähnlich hohe Wachstumsraten wie zu Beginn dieses Jahrzehnts aufweisen wird. Dann würde sich China, der größte Stahlanbieter der Region, voraussichtlich aus seinen Exportmärkten zurückziehen, was eine Angebotsverknappung und damit höhere Stahlpreise nach sich ziehen dürfte. Infolgedessen könnten die japanischen Stahlkocher angesichts ihres hohen Maßes an ungenutzten Kapazitäten auf den Markt treten und den Chinesen ihre Führungsrolle in der Region streitig machen.

Die UBS hat die Einstufung für Thysssen-Krupp auf "Kaufen" mit einem Kursziel von 32 Euro belassen. Der Stahlkonzern habe sich für die kurzfristige Geschäftsentwicklung vorsichtig gezeigt, schrieb Analyst Andrew Snowdowne in einer Studie vom Montag. Die nächsten Quartalsergebnisse könnten möglicherweise positiv überraschen, da das Management die Nettoverschuldung für 2009 bei deutlich unter 3,5 Milliarden Euro sehe.

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