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Die schwärzesten Tage der Dax-Unternehmen

VW hat Abgaswerte manipuliert: Die Börse strafte das Verhalten ab. Am Montag rauschte die VW-Aktie in den Keller, am Dienstag geht die Talfahrt weiter. Welche Dax-Konzerne an der Börse noch Milliarden verbrannt haben.

FrankfurtKönnte man Aktienkurse fallen hören, hätte ganz Frankfurt am Montag ein lauter Donner erschüttert. Denn da war die VW-Aktie regelrecht abgestürzt. Zuvor hatte der Wolfsburger Autobauer zugegeben, absichtlich Abgas-Werte in den USA manipuliert zu haben. Mehr als 21 Prozent verlor die Aktie innerhalb weniger Stunden und rutschte auf einen Wert von 127 Euro – so wenig wie zuletzt im Sommer 2012. Am Dienstag geht die Talfahrt weiter. Bis zum Mittag verliert die Aktie noch einmal 20 Prozent.

Nach der überraschenden Beichte am Sonntag, haben die Anleger jegliches Vertrauen in den Konzern verloren. Denn nicht nur in den USA dürfte dieser Skandal dem Wolfsburger Konzern einen erheblichen Imageschaden bescheren, auch finanziell könnte der Betrug dem Unternehmen teuer zu stehlen kommen. Es drohen Strafzahlungen von bis zu 18 Milliarden Dollar. Eine Summe, die selbst ein Weltkonzern nicht eben aus der Portokasse zahlt. Durch den Kurssturz verlor der VW rund zwölf Milliarden Euro an Börsenwert. In etwa so viel, wie die Commerzbank insgesamt an der Börse wert ist.

Die US-Umweltschutzbehörde EPA wirft VW vor, mit Hilfe einer Software die Abgasvorschriften für Diesel-Fahrzeuge in den USA vorsätzlich umgangen und die Behörden über die Umweltbelastung seiner Autos getäuscht zu haben. Laut EPA sind rund 500.000 Fahrzeuge betroffen. VW wollte diese Zahl nicht bestätigen, hat den Verkauf einiger Diesel-Fahrzeuge in den USA aber vorerst gestoppt. Indessen wurde bekannt, dass das US-Justizministerium strafrechtlich gegen VW ermitteln will. Der Autobauer gab gerade eine Gewinnwarnung heraus.

Dabei ist Volkswagen nicht das einzige Unternehmen, das an nur einem Tag Milliarden an der Börse verbrannt hat. Auch Infineon hatte seinen „schwarzen Börsentag“, und zwar den 3. Dezember 2008. Mit satten 40 Prozent Verlust an diesem einen Tag ist der Chip-Hersteller trauriger Spitzenreiter im Ranking der größten Kurseinbrüche der aktuellen Dax-Konzerne. Als erste Aktie eines Dax-Unternehmens wurde Infineon in wenigen Stunden zum Penny Stock, also zu einer Aktie, die weniger als einen Euro wert ist. Noch im Jahr 2000 beim Börsengang des Unternehmens war die sie für 70 Euro gehandelt worden.

Doch warum dieser Einbruch? Schon seit einiger Zeit war es für Infineon nicht gut gelaufen. Anfang Am 3. Dezember meldete der Konzern dann für das vergangene Geschäftsjahr einen Verlust von 3,1 Milliarden Euro – zehnmal so viel wie im Vorjahr. Allein drei Milliarden Euro steuerte die später insolvent gegangene Tochterfirma Quimoda bei. Auch für das folgende Jahr stimmte der damalige Infineon-Chef Peter Bauer die Anleger nicht optimistisch.

Er kündigte weiterhin rote Zahlen und ein erwartetes Umsatzminus von etwa 15 Prozent an. Die Anleger, die mit solch drastischen Verlusten nicht gerechnet hatte, versuchten ihre Aktien sofort loszuwerden. Ratschläge zahlreicher Analysten, die Aktien zu verkaufen befeuerten den Kurssturz. Eine Pleite des Unternehmens hielten viele für realistisch. Doch nachdem Infineon im folgenden März für einige Monate aus dem Dax geflogen war, erholte sich das Unternehmen langsam wieder. Heute sind seine Aktien rund neun Euro wert.

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