Aktien-Emissionen
Börsengänge rollen an den Start

Bei Börsengängen ist in den USA und Asien mittlerweile Normalität eingekehrt. Jetzt normalisiert sich auch der deutsche Markt. Vor allem Finanzinvestoren wollen das günstige Börsenumfeld nutzen, um Beteiligungen zu versilbern. Welche Emissionen in Deutschland anstehen.
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FRANKFURT. Nach rund zwei Jahren Pause kommt in Deutschland das Geschäft mit Aktienemissionen (IPOs) wieder in Fahrt. Bis zu drei Börsengänge soll es Investmentbankern und IPO-Beratern zufolge in diesem Jahr noch geben. "Im nächsten Jahr kann ich mir durchaus zehn bis 15 Aktienemissionen mit einem Volumen von über 250 Mio. Euro vorstellen", sagt Andreas Bernstorff, Deutschland-Chef für diesen Bereich bei der Citigroup.

Vor allem Finanzinvestoren wollen das derzeit günstige Börsenumfeld nutzen, um sich nach langer Durststrecke von Beteiligungen zu trennen. "Es ist mit einer Welle zu rechnen", prophezeit Ekkehard Franzke, Partner bei der Unternehmensberatung AT Kearney.

Mit dem chinesischen Telekomdienstleister Vtion Wireless gab es bislang nur eine relativ kleine Emission über 55 Mio. Euro im Premiumsegment Prime Standard der Deutschen Börse. Der letzte Börsengang im Milliardenbereich war der Hamburger Hafen im November 2007. Nachdem sich weltweit die Finanzmärkte seit Monaten von der Wirtschafts- und Finanzkrise erholt haben, ist das Emissionsgeschäft in Märkten wie den USA und China aber wieder angesprungen.

Delta Lloyd und PGE haben in Europa die Türen geöffnet

Auch in Europa gab es zuletzt Emissionen im Milliardenbereich wie den niederländischen Versicherer Delta Lloyd und den polnischen Versorger PGE. "Delta Lloyd war der erste richtige Test für Europa", sagt Stefan Gratzer, Leiter des Aktien-Kapitalmarktgeschäfts in Deutschland bei Credit Suisse.

Am deutschen Aktienmarkt ist in diesem Jahr noch mit den Erstnotizen der Hochtief-Tochter Concessions und des dänischen Solar- und Windpark-Betreibers Scan Energy zu rechnen. Beide Unternehmen suchen seit Tagen mit entsprechenden Ankündigungen die Öffentlichkeit. Diese lassen zwar noch nicht auf einen konkreten Termin schließen. Als spätestmöglicher Zeitpunkt gilt unter Börsianern jedoch die zweite Dezemberwoche.

Grundvoraussetzung für eine Rückkehr der Börsengänge ist jedoch, dass sich die Märkte weiterhin so stabilisieren wie in den vergangenen Monaten. Davon gehen Aktienstrategen wie Thorsten Weinelt von der Unicredit vor allem im ersten Halbjahr 2010 noch aus, so dass viele Börsenkandidaten und ihre begleitenden Banken mit Hochdruck am Projekt Börsengang arbeiten. Sie wollen spätestens im Frühjahr startklar sein.

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