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Hapag Lloyd landet an der Börse an

Die Anspannung war dem Vorstandschef der Reederei Hapag Lloyd, Rolf Habben Jansen, am Morgen ins Gesicht geschrieben. Doch am Ende glückt der zuvor mehrmals verschobene Börsengang. Die Einnahmen sind bereits verplant.

FrankfurtMorgens um 8 Uhr ist die Welt an diesem Freitag noch in Ordnung. Das gilt auch für die Schillerstraße in Frankfurt, die direkt zum Handelsparkett der Deutschen Börse führt. Es ist Freitag, Markttag, Händler bauen ihre Stände auf. Gemüse, Brot und Blumen werden eingeräumt. Ein Metzer aus der hessischen Wetterau hängt sein Schild auf. Steak und Pommes 5,50 Euro.

Nichts ist vom Börsengang des Container-Reeders Hapag Lloyd zu sehen, geschweige denn zu hören. Noch nicht. Doch dann stößt man auf die überlebensgroßen Figuren von Bulle und Bär. Die Zeichen für das Auf und Ab an der Börse. Sie stehen vor dem Frankfurter Handelssaal. Und um die beiden Wahrzeichen ringt sich eine Menschentraube. Mitten drin ist Rolf Habben Jansen, der Vorstandschef des Konzerns, zu finden.

Entspannt sieht er nicht aus, der Niederländer aus der Nähe von Rotterdam, der mit der Schifffahrt groß geworden ist. Zu viele Hindernisse wurden ihn beim dritten Anlauf für den Gang auf Parkett in den Weg gelegt, bevor die viertgrößte Reederei an der Börse die Anker legen konnte. „Es war ein harter Kampf“, sagt Habben Jansen. „Die Eigentümer sind zusammengerückt, um die Emission möglich zu machen.“

Was er als zusammengerückt bezeichnet, sind die Zugeständnisse der Großaktionäre, des Reisekonzerns Tui und des Unternehmer Klaus-Michael Kühne. Sie hatten eingewilligt, die ohnehin niedrig angesetzte Preisspanne noch einmal zu senken. 20 Euro sollten es aber wenigstens sein. Für die beiden Großaktionäre bedeutet das größere Buchverluste.

Minute für Minute steigt die Spannung auf dem Börsenparkett, das an diesem Tag für Habben Jansen die Welt bedeutet. Über dem Vorstandschef bricht ein Blitzlichtgewitter der Fotografen ein. Filmkameras surren. Eigentlich ist es dem 49-Jährigen zu viel. Sein Gesicht sieht angestrengt aus. So lange, bis die Erlösung kommt, bis Börsenmakler Ingo Kreisinger von der Baader Bank um Punkt 9.21 Uhr ruft: „Erster Kurs 20,05 Euro.“

Die Spannung fällt ab. Erleichterung spiegelt sich im Gesicht von Habben Jansen wider. Mindestens den Ausgabekurs von 20 Euro wollte er erreichen. Das hat geklappt. Da lässt es sich gut die Schiffsglocke läuten. Die 200 Pfund schwere Hammonia hatte Hapag Lloyd extra zum Börsendebüt von Hamburg auf das auf das Frankfurter Parkett mitgebracht. Für die Ohren der Händler ungewohnt kräftige Töne erklingen aus der Glocke.

Ganze vier Mal rührt Habben Jansen den Klöppel. Ganz vier Mal fällt die Last des Börsengangs von ihm ab. „Es war eine sehr intensive Zeit“, wie er die Wochen bis zur Erstnotiz von Hapag Lloyd vorsichtig umschreibt. Und der Kurs? „Mann soll den ersten Kurs nicht überbewerten“, betont er. In den nächsten zwei Jahren werde die Aktie zeigen, was in ihr steckt.

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Das Geld aus dem Börsengang ist verplant

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