Aktien im Fokus: Anleger stürzen sich auf Bankaktien

Aktien im Fokus
Anleger stürzen sich auf Bankaktien

Nach dem schrecklichen Wochenstart erholen sich Bankaktien am Mittwoch von ihren Verlusten. Die Deutsche Bank notiert 15 Prozent im Plus - das Institut prüft den Rückkauf eigener Anleihen.

DüsseldorfAnleger greifen beherzt bei Bankaktien zu: Die Aktien der Deutschen Bank legten am Mittwochmorgen um fast 15 Prozent zu - das ist der stärkste Kursanstieg seit mehr als vier Jahren. Auch Commerzbank-Papiere stiegen kräftig: Die Papiere legten um fast neun Prozent zu. Der Eurostoxx-Bankenindex wuchs um vier Prozent und war damit stärkste Branche an Europas Börsen.

Zusätzlich angeheizt wurde der Kurs der Deutschen Bank wegen Spekulationen über einen angeblich geplanten Schuldenrückkauf. Zuvor hatte es Presseberichte gegeben, wonach die Deutsche Bank einen Rückkauf eigener Anleihen erwäge.

Gestern sah das noch anders aus: Trotz Cryans dramatischem Appell fiel die Aktie der Bank abermals – zeitweise um mehr als sieben Prozent auf ein Allzeittief von 13,03 Euro. Allein seit Jahresanfang haben die Aktien des größten deutschen Geldhauses 41 Prozent an Wert verloren. An der Börse ist die Bank nur noch 22 Milliarden Euro wert – Zahlen, die an die Finanzkrise erinnern. Auch andere europäische Institute gerieten massiv under Druck: Seit Jahresbeginn summieren sich die Verluste europäischer Institute an der Börse auf rund 25 Prozent.

Auch die italienische Großbank Unicredit erholte sich am Mittwochmorgen und legte um fast zehn Prozent zu. Der Grund: Die Bank veröffentlichte am Dienstag ihre Jahreszahlen und schnitt besser ab als von Investoren erwartet. Die italienische Großbank hat unter dem Strich 1,7 Milliarden Euro verdient. Das sind zwar 15,6 Prozent weniger als 2014, doch dafür fiel das vierte Quartal besser aus als erwartet: In den letzten Monaten des Jahres 2014 verdiente die Bank 153 Millionen Euro, Analysten rechneten nur mit 140 Millionen Euro.

Das verschafft dem Chef der Bank, Federico Ghizzoni, etwas Luft. Zuletzt war er massiv von großen Investoren kritisiert worden. Seit Monaten halten sich an der Börse Gerüchte, dass die Investoren unzufrieden mit Ghizzoni sind und die Bank eine weitere Kapitalspritze braucht. Auf die Frage, ob er über einen Rücktritt nachdenke, antwortete Ghizzoni am Dienstagabend: „Ich habe überhaupt keine Zeit darüber nachzudenken. Ich fokussiere mich darauf die Bank zu führen.“

Der steigende Aktienkurs am Mittwoch zeigt: Ghizzoni scheint das Vertrauen der Investoren zurückzuerlangen.

Nach Ansicht von Credit-Suisse-Vorstandschef Tidjane Thiam ist der Ausverkauf der europäischen Banktitel ohnehin nicht gerechtfertigt. „Das Bankensystem ist generell deutlich stärker als 2008, 2009.“ Die Institute seien kleiner, besser kapitalisiert und hätten weniger Risiken.

Auch seine eigene Bank sei in einer guten Position. „Was ich sagen kann ist, dass wir eine starke Bilanz haben“, sagte Thiam in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der „Financial Times“. Zudem sei Liquidität für die Bank derzeit kein Thema. Das Institut sei „stärker als je zuvor.“

Henning Jauernig
Henning Jauernig
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%