Aktien im Fokus: Boeing-Aktie verliert durch Flugunglück

Aktien im Fokus
Boeing-Aktie verliert durch Flugunglück

Erst das Verschwinden einer Boeing 777, dann die Entdeckung möglicher Haarrisse in der 787: Die Negativmeldungen lassen die Boeing-Aktie fallen. Indes pochen Verbraucherzentralen auf den Erhalt der EU-Fluggastrechte.
  • 0

Berlin/New YorkNach dem Verschwinden einer Boeing 777 von Malaysian Airlines sowie dem Auftauchen von Rissen in den Tragflächen mancher 787 „Dreamliner“ gerät die Aktie des US-Flugzeugbauers unter Druck. Das Papier sackte im frühen Handel am Montag in New York um knapp zwei Prozent ab.

Zuerst hatte Boeing am späten Freitag einräumen müssen, dass bei etwa 40 noch in der Produktion befindlichen „Dreamlinern“ die Gefahr von Haarrissen in den Tragflächen besteht. Der Fehler wird nun ausgebessert. Analyst Howard Rubel vom Analysehaus Jefferies rechnet allerdings nicht mit größeren Auswirkungen auf die Kosten oder die Auslieferungen.

Danach war am Samstagmorgen eine 777 von Malaysian Airlines mit 239 Menschen an Bord vom Radar verschwunden. Seither läuft eine groß angelegte Suche. Der Langstreckenflieger gilt eigentlich als besonders sicher. Boeing hat ein Team nach Asien entsandt. „Unsere Gedanken sind bei den Passagieren und ihren Familien“, erklärte der Konzern.

Verbraucherschützer haben sich erneut gegen die von der EU-Kommission geplanten Einschränkungen der Fluggastrechte ausgesprochen. Die Bundesregierung müsse sich „für den Erhalt des bestehenden Schutzniveaus“ einsetzen und entsprechende Vereinbarungen im Koalitionsvertrag umsetzen, forderte die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Montag in Berlin. Der aktuelle Vorschlag der griechischen Ratspräsidentschaft sehe massive Einschränkungen bei Verspätungen und Annullierungen vor.

Nach dem aktuellen Gesetzentwurf würden Entschädigungen bei Annullierungen und Verspätungen - je nach Flugentfernung - erst nach mehr als fünf, neun oder zwölf Stunden fällig. Zusätzlich schlug die griechische Ratspräsidentschaft nun vor, diese Schwellenwerte auch auf Flugannullierungen anzuwenden. Das bedeutet eine weitere massive Einschränkung der Fluggastrechte: Nach geltendem Recht und auch nach dem Kommissionsvorschlag steht Fluggästen bei Flugannullierungen die Entschädigung bereits ab zwei Stunden Verspätung zu.

Selbst das EU-Parlament hatte gegen die Reformpläne der Kommission Front gemacht und Anfang Februar mit breiter Mehrheit beschlossen, dass Fluggäste bereits ab Verspätungen von drei Stunden eine Entschädigung erhalten sollen und nicht erst ab fünf Stunden.

Die überwiegende Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten ist aber weiterhin für den Vorschlag der Kommission, dass Entschädigungen erst nach fünf, neun oder zwölf Stunden Verspätung fällig werden. Auch die Bundesregierung hat sich von diesem Vorschlag bislang nicht distanziert. Der vzbv forderte deshalb Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) und Verbraucherschutzminister Alexander Dobrindt (CSU) auf, in den Verhandlungen die Position des Europäischen Parlaments zu vertreten.

Der vzbv verwies darauf, dass es aus Verbrauchersicht keinen Regelungsbedarf gebe. „Die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs hat den Verbraucherinnen und Verbrauchern weitreichende Rechte gegeben, die nicht ohne Not preisgegeben werden sollten“, erklärte Verbraucherschützer Holger Krawinkel. Sollte die EU-Kommission ihre Pläne durchsetzen, gebe das den Fluggesellschaften Krawinkel zufolge „wenig Anreize, ihre Flugpläne besser einzuhalten“.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Aktien im Fokus: Boeing-Aktie verliert durch Flugunglück"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%