Aktien im Fokus
Kurssturz beim Beauty-Riesen

Die Aktie von L'Oréal muss kräftige Verluste hinnehmen. Der Umsatz des weltgrößten Kosmetikherstellers wuchs weniger stark, als erwartet. Vor allem das US-Geschäft schwächelt. Endet die erstaunliche Rally der Aktie?
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Am Markt für Schönheits-Produkte weht ein rauer Wind: Dafür sprechen die Quartalszahlen, die der Kosmetikhersteller L'Oréal am Dienstag vorgelegt hatte. Das Umsatzplus blieb mit 5,2 Prozent leicht unter den Erwartungen von Analysten. Sie hatten einen Zuwachs von 5,4 Prozent prognostiziert, nachdem der Konzern im Vorquartal ein Umsatzplus von 5,5 Prozent vorgelegt hatte. Heute steht die Aktie des Kosmetikriesen, der Marken wie Armani, Garnier und Yves Saint Laurent vermarktet, deshalb unter Verkaufsdruck. Bereits am Vortag rutschte der Kurs mit knapp einem Prozent ins Minus.

Ein Umsatzrückgang um 0,2 Prozentpunkte erscheint zwar klein. Doch die Anleger sind Besseres gewohnt. Erst im Mai erreichte die Aktie ein Allzeithoch und notierte bei knapp 137 Euro. „Wir gehen davon aus, dass der Markt etwas enttäuscht reagieren wird, insbesondere angesichts der starken Kursentwicklung von L'Oréal in diesem Jahr”, sagte Bernstein-Analyst Andrew Wood. Er bewertet den die Titel „underperform“. Momentan notieren L'Oréal-Werte bei knapp 124 Euro pro Aktie. Und die Kurse sinken: Etwa 3,4 Prozent hat die Aktie im Vergleich zum Vortag verloren.

In den Chefetagen des Beauty-Herstellers gibt man sich besonnen: Das schwache Wachstum im ersten Halbjahr 2013 sei erwartungsgemäß, erklärte das Unternehmen am Dienstag: So haben sich die Erlöszuwächse mit Luxusprodukten wie Armani-Parfüm und Lancome-Cremes im vergangenen Vierteljahr abgeschwächt. Und auch in Amerika wächst L'Oréal nicht wie erwartet. In Nordamerika schwächte sich das flächenbereinigte Wachstum im zweiten Quartal auf 4,5 Prozent ab, nach einem Plus von 6,3 Prozent im ersten Quartal und 7,9 Prozent im Weihnachtsquartal 2012.

L'Oréal-Chef Jean-Paul Agon äußerte sich dennoch erwartungsgemäß zuversichtlich: Er setzt auf das Geschäft mit Friseursalons, dessen Absatz sich leicht erholt hat. Über das ganze Jahr gesehen sollen Gewinn und Umsatz zulegen, bekräftigte das Management.

L'Oréal ist nicht der einzige Kosmetikhersteller, der eine deutliche Branchenabkühlung spürt. Das Wachstum des weltweiten Beauty-Markts dürfte sich in diesem Jahr auf etwa 3,5 Prozent bis vier Prozent abschwächen, damit rechnet Thierry Prevot, L'Oréals Financial Communications Director. Grund für die gedämpfte Stimmung ist die schwächelnd Nachfrage der Verbraucher in den Schwellenländern. Prevot zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass L'oréal seinen Jahresumsatz und -gewinn steigern wird. Der Kosmetikriese wird sich seiner Einschätzung nach besser entwickeln als die Branche.

Grund für Hoffnung geben auch die Kurszahlen der L'Oréal-Aktie in der langen Frist: Wer vor einem Jahr in Aktien des Konzerns investiert hat, eine Aktienkurssteigerung von 39 Prozent verbuchen. Beim Gewinn je Aktie gab es eine Steigerung von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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