Aktien im Fokus
Stahlaktien wieder gefragt

Aktien von Stahlherstellern verloren im vergangenen Jahr deutlich. Jetzt geht es in die andere Richtung. Nachdem Weltmarktführer Arcelor-Mittal passable Zahlen vorgelegen konnte, legen auch die deutschen Stalwerte zu.

HB FRANKFURT. Die Salzgitter-Aktie stieg in einem schwachen Umfeld um 1,3 Prozent. Thyssen-Krupp legte zwei Prozent zu. Der Leitindex Dax gewann zur selben Zeit 0,3 Prozent auf 4 520 Zähler.

Börsianer hatten bei Arcelor-Mittal zunächst den trüben Ausblick auf das Ergebnis im ersten Quartal bemängelt. Der weltgrößte Stahlkonzern rechnet hier mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von rund einer Milliarde Euro. Cheuvreux-Analyst Brian Scheidt hob aber die "starke Kapitaldisziplin" des Stahlherstellers mit einer deutlichen Senkung der Verschuldung positiv hervor. Zudem sah der Analyst das EBITDA im vierten Quartal über den Prognosen. Von Commerzbank-Analyst Dirk Nettling hieß es, auf den ersten Blick überzeuge das Quartals-EBITDA, das über seinen und den Markterwartungen liege - allerdings berücksichtige dieses nicht die hohen Wertberichtigungen bei den Lagerbeständen. Das bereinigte operative Ergebnis sowie der Nettoverlust hätten die Erwartungen enttäuscht.

Im aktuellen "Platow-Brief" heißt es ohne Angabe einer Quelle, ThyssenKrupp sollte im ersten Geschäftsquartal einen Vorsteuergewinn von rund 250 Millionen Euro erzielt haben und damit trotz des deutlichen Einbruchs im Jahresvergleich am oberen Ende der Analystenerwartungen liegen. Ein Händler sagte, Analysten rechneten im Schnitt mit nur etwa 215 Millionen Euro. "Im Unterschied zu reinen Stahlherstellern profitiert ThyssenKrupp aktuell von seiner breit gefächerten Aufstellung", schreiben die Platow-Experten weiter. Als Segen erweise sich nun die zurückhaltende Investitionspolitik im Vergleich zum Weltmarktführer, der noch auf dem Höhepunkt der Preisrally viel zugekauft habe und nun deutlich höhere Abschreibungen verkraften müsse.

Wie bei Arcelor-Mittal dürften die Umsätze im abgelaufenen Quartal auch bei ThyssenKrupp durch die damals immer noch hohen Stahlpreise gestützt worden sein, schreibt Merck-Finck-Analyst Robert Greil. Laut Aussagen von Arcelor sei das laufende Quartal schwierig, zeige aber erste Signale einer Aufhellung. Am Freitag dürften die Anleger ihren Blick vor allem auf den Auftragseingang der Düsseldorfer richten. Einen konkreten Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr erwartet der Experte nicht. Mit optimistischen Aussagen zum Stahlbereich könnte Thyssen indes positiv überraschen.

Christian Obst von UniCredit rechnet am Freitag bestenfalls mit einem Quartalsausblick, aber keinen Aussagen zum gesamten Geschäftsjahr. "Die Zahlen zum ersten Quartal dürften kein Kurstreiber sein, da die Stahlbranche in diesem Zeitraum den Tiefpunkt und erst zur Jahresmitte eine Erholung erwartet."

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