Aktien im Fokus: Versorgeraktien starten durch

Aktien im Fokus
Versorgeraktien starten durch

Die Entscheidung der Politik, Atomkraftwerke länger am Netz zu lassen, sorgt für eine Rally bei den deustchen Versorgeraktien. Die Papiere von Eon und RWE legen kräftig zu. Die Entscheidung könnte den Konzernen Milliardengewinne bescheren. Noch gibt es aber Unsicherheiten.
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HB DÜSSELDORF. Welche Relevanz eine politische Entscheidung auf eine Branche hat, lässt sich am besten an den Börsenkursen ablesen. Nachdem die Koalition sich gestern auf eine Linie auf die Laufzeiten von Atomkraftwerken verständigt hat, steigen die Aktien der Versorger kräftig. Analysten erklärten in ersten Reaktionen, der Beschluss falle für die Versorger noch besser aus als ursprünglich angenommen. Energiekonzerne wie E.ON, RWE oder EnBW würden bei den Kompensationen für die längeren Laufzeiten weit weniger belastet als erwartet. Die Versorger hatten in einer breiten Kampagne für die längeren Laufzeiten geworben.

Nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle und Bundesumweltminister Norbert Röttgen sollen die älteren deutschen Atomkraftwerke mit einem Baujahr vor 1980 acht Jahre länger laufen dürfen, neuere Anlagen 14 Jahre. Aktien von RWE stiegen am Morgen um über 2,6 Prozent auf 54,65 Euro, E.ON-Papiere gewann sogar über drei Prozent auf 23,66 Euro. Beide Titel legten damit deutlich stärker zu als der Leitindex Dax, der lediglich 0,2 Prozent höher notierte. EnBW-Aktien verteuerten sich sogar um knapp vier Prozent.

Die Entscheidung der Bundesregierung falle "klar positiv" für die beiden Energieriesen RWE und E.ON aus, erklärten Analysten der DZ-Bank. Im Durchschnitt dürften die Meiler zwölf Jahre länger laufen - deutlich mehr als die von den Experten zuvor angenommenen zehn Jahre. Die Beiträge der Versorger zur Förderung von erneuerbaren Energien fielen zudem deutlich geringer aus als von den Analysten prognostiziert und seien "weitgehend zu vernachlässigen". Offenbar gebe es auch keine verbindlichen Anforderungen für höhere Sicherheitsstandards der Atomkraftwerke. Zudem sei auch nicht zu erwarten, dass auch der Bundesrat den Plänen der schwarz-gelben Bundesregierung zustimmen müsse.

Auch die Analysten der WestLB kamen zu dem Schluss, dass die Belastungen für die Versorger deutlich geringer ausfallen dürften als ursprünglich befürchtet. Für Theo Kitz, Experte bei Merck Finck & CO, fällt die Verlängerung der Laufzeiten länger aus, als zu erwarten war. Es bleibe aber abzuwarten, ob die Pläne nicht doch auch im Bundesrat beraten werden müssten, warnte er Investoren. Analysten der Royal Bank of Scotland erklärten, die Auswirkungen der Entscheidungen sei für E.ON noch positiver als für RWE zu bewerten, da die Atomkraftwerke des Düsseldorfer Konzerns moderner seien.

Zu den Akw-Betreibern in Deutschland gehören neben E.ON und RWE auch EnBW und Vattenfall. Sprecher von RWE und E.ON hatten die Ergebnisse des Berliner Spitzentreffens der schwarz-gelben Koalition zunächst nicht kommentieren wollen.

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