Aktien im Wert von 4,1 Milliarden Dollar ausgegeben
Google platziert Milliarden-Emission

Ein gutes Jahr nach ihrem Börsengang hat die weltweit führende Internet-Suchmaschine Google, Mountain View, am Donnerstag eine Kapitalerhöhung von rund 4,2 Mrd. Dollar am Markt untergebracht. Kurs reagiert mit leichten Abschlägen von 303 auf 295 Dollar, allerdings lag er mehr als dreimal über dem Kurs der Erstemission von 85 Dollar.

PORTLAND. Ein gutes Jahr nach ihrem Börsengang hat die weltweit führende Internet-Suchmaschine Google, Mountain View, am Donnerstag eine Kapitalerhöhung von rund 4,2 Mrd. Dollar am Markt untergebracht. Der Ausgabekurs für insgesamt 14,16 Mill. Stammaktien mit einer Emissionsreserve von 600 000 Stück lag mit 295 Dollar pro Anteil etwas unter dem Vortages-Schlusskurs von 303 Dollar. Allerdings lag er mehr als dreimal über dem Kurs der Erstemission von 85 Dollar. Die Kapitalerhöhung ist die größte auf dem Hightech-Sektor seit 1996. Googles Marktkapitalisierung von fast 90 Mrd. Dollar wird bei Hightech-Firmen nur von Intel und Microsoft übertroffen.

Im Gegensatz zur Erstemission, die in einem ungewöhnlichen Auktionsverfahren und mit einem Prospekt voller idealistischer Deklarationen an den Markt kam, ging die Kapitalerhöhung sehr konventionell über die Bühne. Ein Konsortium von 20 Investmentbanken unter der Führung von Credit Suisse First Boston, Morgan Stanley und Allen & Co. war für die Platzierung verantwortlich.

Kapitalerhöhungen drücken in der Regel auf den Kurs, weil sie die Kennziffer Gewinn pro Aktie verwässern. Im Falle von Google war die erste Reaktion auf die Ankündigung der Emission eine Kurssteigerung. Gleichwohl erreichte der Kurs sein Hoch im Juli von knapp 318 Dollar nicht mehr und sackte mittlerweile unter 300 Dollar. Optimistische Analysten sehen weiter ein Kursziel von 330 Dollar.

Die erst wenige Jahre alte Firma, die von den Stanford-Studenten Larry Page und Sergey Brin gegründet wurde, ist mittlerweile nicht nur der weltweite Standard für Internet-Suchen, sondern ein kräftiger Ge-winnbringer. Im ersten Halbjahr 2005 setzte Google mit 2,6 Mrd. Dollar um, davon 99 Prozent mit Werbung, und verdiente netto 712 Mill. Dollar. Die New Yorker Marktforschungsfirma E-Marketer rechnet damit, dass die Werbung aus dem Internet in diesem Jahr insgesamt um 34 Prozent auf knapp 13 Mrd. Dollar steigen wird. Das ist zwar nur ein Klacks gegenüber Ausgaben von 265 Mrd. Dollar für konventionelle Werbung, das Wachstum ist aber um ein Vielfaches stärker.

Über die Verwendung des Emissionserlöses hüllt sich das Unterneh-men in Schweigen. Im Prospekt heißt es lediglich, die Einnahmen seien für „allgemeine Unterneh-menszwecke“ gedacht. Obwohl der Prospekt wiederholt, was Google-Vorstandschef Eric Schmidt bereits gegenüber Analysten gesagt hat, nämlich dass große Akquisitionen nicht auf dem Programm stünden, rechnet Silicon Valley mit einem spektakulären Schachzug. Ende Juni betrug Googles Liquidität bereits rund drei Milliarden Dollar. Nun verfügt das Unternehmen über eine Kriegskasse von mehr als sieben Milliarden Dollar. Hinzu kommt laut Mark Mahaney, Analyst von Citigroup, im zweiten Halbjahr 2005 ein freier Cashflow von 700 Mill. Dollar.

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