Aktien kaufen wie die Profis
Insider schlagen am Tiefpunkt zu

Das Handelsblatt-Insiderbarometer zeigt: Die Kursschwäche am Aktienmarkt nutzten Manager auch dieses Mal für eine Einkaufstour. Die Botschaft für Anleger ist eindeutig.
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FrankfurtEs ist eines jener Phänomene, die am Aktienmarkt seit Jahren regelmäßig auftauchen: Steigen die Kurse, dann verkaufen die Topmanager. Setzt die Massenflucht ein, dann greifen sie zu. Das war in den vergangenen Wochen nicht anders. Seit dem Jahreshoch des Dax von 7157 Punkten Mitte März fallen die Kurse – das Tief der vergangenen Woche lag bei 6550 Punkten. Sorgen über die Finanzlage Spaniens, eine wirtschaftliche Abschwächung in China und eine schwache Quartalssaison machten die Runde.

Sofort drehte sich das Bild bei den Aktienorders der Unternehmensinsider. Erreichten deren Verkaufszahlen just zum Zeitpunkt des Dax-Hochs ihren Höhepunkt, so hat sich das Bild in den Wochen danach massiv gewandelt. Seither nutzen sie die günstigeren Kurse, um sich wieder einzudecken. „Überraschend ist, dass die Trendwende so früh passiert“, sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance. Das war nach den bisherigen Erfahrungen so nicht zu erwarten.

Das Insider-Barometer, das das Aachener Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) alle zwei Wochen zusammen mit Commerzbank Wealth Management exklusiv für das Handelsblatt berechnet, ist somit zuletzt um acht Punkte gestiegen. Es liegt jetzt exakt bei 100 Punkten und damit mitten im neutralen Bereich. Die Aussage für Privatanleger lautet: Sie brauchen sich in den kommenden Monaten keine Sorgen um ihre Aktien zu machen. Die dürften sich im Gleichklang mit anderen Anlageklassen entwickeln. Das schließt indes stärkere Kursschwankungen nicht aus. Damit würde sich lediglich das fortsetzen, was die vergangenen Monate gezeigt haben.

Dabei mussten die Kurse der zuletzt gefragten Einzeltitel noch nicht einmal abgestürzt sein, um das Interesse der Insider zu wecken. Das zeigt die mit Abstand größte Kauforder der vergangenen Tage. Beim Dax-Wert Beiersdorf hat Ellen Brigitta Heidenreich, Ehefrau von Vorstand Stefan Heidenreich, Aktien über knapp fünf Millionen Euro geordert. Die 48,42 Euro, die sie für jede der 103185 Aktien gezahlt hat, sind nach dem jüngsten starken Kursanstieg kein Schnäppchen. Trotzdem: Die Aktie stieg weiter und notierte am Freitag bei 51,30 Euro.

Kommentare zu " Aktien kaufen wie die Profis: Insider schlagen am Tiefpunkt zu"

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  • Lieber DERRichter,
    das sagen Schwarzmaler schon seit vielen vielen Jahren.
    Und trotzdem lagen Aktienrenditen immer um und bei 5 bis 8 %. Ich kann das nicht mehr ernst nehmen.
    Gegen Depressionen hilft Bewegung ...

  • Mache ich; - ich kaufe!
    Aber: keine Anleihen, keine Aktien, sondern lieber Edelmetalle! Da weiß Mann, was Mann hat!

  • Hier scheinen ein paar Leute den Ernst der Lage nicht begriffen zu haben. Europa steht vor einer Megarezession produziert durch sich verschärfende Eurokrise und politische Instabilitäten in den Mitgliedsländern der EU.
    Auch bei leidlich guten deutschen Unternehmenszahlen wird der Dax sich diesen Entwicklungen atmosphärisch nicht entziehen können. Folge: Der Dax wird auf um die 2000 Punkte innerhalb der nächsten 12 Monaten fallen. Wer da meint, er könne in nächster Zeit gewinnbringend Korrekturphasen nutzen, ist mächtig falsch gewickelt. Das große Schlachten auch am deutschen Aktienmarkt beginnt erst noch.

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